• Verleihung Prix Kujulie
    Prix-Kujulie-Gewinner Michael Sele lässt in sein Leben als Musiker blicken.  (Stefan Trefzer)

Mastermind, Romantiker und Musiker

Vor gut zwei Wochen hat der Musiker und Bandleader von «The Beauty of Gemina» den Prix Kujulie vom KUL-Team im Schösslekeller überreicht bekommen. Einen Tag vor der Verleihung stand er auf der Bühne im Alten Kino Mels, morgen rockt er mit seiner Band als Headliner das Deepland Festival im brasilianischen São Paolo.
Vaduz. 

Das zehnjährige Bühnenjubiläum von «The Beauty of Gemina», sechs Studioalben, über 200 Konzerte vor allem im Ausland und nun eine Südamerika-Tournee – das sind vier schlagfeste Argumente, die Michael 
Sele zum diesjährigen verdienten Prix-Kujulie-Gewinner gemacht haben. Zwar stehen hinter ihm weitere Musiker, Tourmanager und nicht zuletzt auch seine Familie, die Michael Sele dabei unterstützt haben. Ohne seine eigenen Anstrengungen, seinTalent, seine Liebe zur Musik und seine Willensstärke wäre Michael Sele heute aber nicht da, wo er jetzt ist. Die Texte selbst zu schreiben, die Musik dazu zu komponieren und seine Werke dann auch selbst zu produzieren – das hat sich Michael Sele einst auf die Fahne geschrieben. Und heute kann er sagen: Alles richtig gemacht! So würde es Michael Sele allerdings nie sagen. Er weiss, was er kann, ohne dabei abzuheben. Vielleicht deshalb, weil er auch weiss, wie es ist, ganz nach oben zu wollen, die Fans aber fehlen. Die Initialzündung kam dann aber doch noch: Im Jahr 2007 mit «Suicide Landscape». Inzwischen hat Michael Sele 80 weitere Songs geschrieben. Über die Liebe und über das Leben. Über Einsamkeit und über die Gesellschaft. Über Sehnsüchte und Freundschaften. Über die Natur und über Ängste. Und eben über «Suicide Landscape», also über Landschaften, in denen sich Menschen das Leben nehmen. Dass er oftmals auf nur genau diesen Song reduziert werde, sei schon ein bisschen erstaunlich, wie Michael Sele sagt. Vor allem, weil der Song ein Plädoyer an das Leben ist. Ein Song, der Energie geben soll.

Nicht nur Musiker, auch Geschichtenerzähler
Eine Melodie bekommt bei Michael Sele nie zufällig einen Text. Der Inhalt ist ihm sehr wichtig. Denn, wie er sagt, sieht er sich nicht nur als Musiker, sondern auch als Geschichtenerzähler. Es sind Themen aus dem Leben, die ihn interessieren. Allerdings nicht aus seinem Leben – «diese autobiografische Schiene würde mich in ein Korsett zwängen», sagt er. Er singt gerne von Träumen und Zuversicht – «ich bin ein hoffnungsloser Romantiker», sagt er. «So irgendwie ganz nach Sturm und Drang», fügt er hinzu und philosophiert: «Die Nichterfüllung ist eben vielleicht gerade die Erfüllung.» Ja – wer sich mit Michael Sele unterhält, den erwartet Tiefgang. Oberflächliches Geplänkel mag der Musiker nicht. Deshalb macht er auch Brüche und Ängste in seinen Songs zum Thema – «weil sie genauso zum Leben gehören», sagt Michael Sele. Er bedient sich dabei gerne dem Stilmittel der Metapher. Seinem sechsten Studioalbum zum Beispiel hat er den Namen «Minor Sun» gegeben, was so viel heisst wie: Sonne in Moll. Ein Bild, das die perfekte Steilvorlage für eine weitere philosophische Diskussion geben würde. Diese würde aber wahrscheinlich den Gesprächsrahmen sprengen und wir widmen uns stattdessen der Muse – Michael Seles Muse. Wie der Musiker sagt, lässt er sich gerne auf seinen Tourneen von der Reise, der Kultur und den Menschen inspirieren. So weit es seine Zeit zulässt, setzt sich Michael Sele auch gerne mit der Geschichte des jeweiligen Landes auseinander. Die verschiedenen Mentalitäten der Menschen faszinieren ihn. «Ich lasse mich aber auch sehr gerne zu Hause in meinen eigenen vier Wänden von Büchern oder Filmen inspirieren», sagt er. Michael Sele ist gerne zu Hause bei seiner Frau und seinen zwei Kindern: «Ich bin zwar schon in insgesamt 25 Ländern auf der Bühne gestanden, aber ich bin eigentlich überhaupt kein Reisevogel», gesteht er. 

«Alles ist möglich»
Entsprechend wird Michael Sele in den kommenden Wochen im Rahmen seiner Konzerte in Südamerika ganz schön auf die Probe gestellt: Mit seiner Band startet er die Tournee in Brasilien. In São Paolo tritt er mit seiner Band als Headliner am Deepland Festival auf. Später folgen Konzerte in Argentinien, Chile, Peru, Kolumbien und schliesslich Mexico. Er hoffe, gesund zu bleiben, damit seine Stimme nicht versagt. Eine Herausforderung wird es allemal werden: Klimatisierte Flugzeuge, Temperatur- und Höhenunterschiede und ein engmaschiger Konzertplan. Sein Motto wird den Musiker aber stets begleiten – ein Motto, das ihn mit Geduld und viel Engagement zum Erfolg gebracht hat: Alles ist möglich. (bfs)

«The Beauty of Gemina» – Acoustic-Concert Live am 25. November im TAK.

31. Mär 2017 / 13:48
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