• Die Liechtensteiner Künstlerin Beate Frommelt stellt von Mitte Mai bis Mitte Juni ihre Arbeiten im Kulturhaus Rössle in Mauren aus.

Von der Schlafklinik zur Kunst

Vom 20. Mai bis zum 18. Juni stellt die Liechtensteiner Künstlerin Beate Frommelt ihre Zeichnungen, Malereien und Fadeninstallationen im Kulturhaus Rössle in Mauren aus. Es ist eine kleine Werkschau mit Arbeiten seit dem Jahr 2009, als Beate Frommelt ihren Master in Fine Arts in London abgeschlossen hatte.

«Es ist wie eine Zeichnung, die dreidimensional in den Raum gezogen wird.» So beschreibt die Liechtensteiner Künstlerin Beate Frommelt ihre Fadeninstallationen, für die sie bekannt ist. Mit Fäden Kunst zu machen, darauf ist Beate Frommelt während ihres Diploms gestossen. «In der Illustration beschäftigte ich mich mit dem Thema Schlaf und Tod und bin deshalb in eine Schlafklinik gegangen.» Da wurde sie «verkabelt». Diese zahlreichen Kabel an ihrem Körper haben sie fasziniert. Es war ein Schlüsselerlebnis, um weiterhin mit Materialien wie beispielsweise Fäden oder Seilen zu arbeiten. «Nach dem Besuch in der Schlafklinik habe ich begonnen, Zeichnungen zu nähen und zu sticken», erzählt Frommelt. Die Idee wurde immer raumgreifender, freier, abstrakter. In ihrer Ausstellung vom  20. Mai bis zum 18. Juni im Kulturhaus Rössle wird Beate Frommelt im «Schopf» eine ihrer Fadeninstallationen ausstellen. Dafür benötigt die Liechtensteinerin rund drei bis vier Tage. «Die Installationen müssen jedes Mal neu gemacht und exakt auf den Raum angepasst werden», so Frommelt.

Doch in der Ausstellung gibt es nicht nur Fadeninstallationen, sondern auch Zeichnungen und Malereien der Künstlerin zu sehen. Es soll eine Art Werkschau werden. «Die ältes-
ten Arbeiten sind aus dem Jahr 2009, als ich meinen Master in Fine Arts in London abgeschlossen habe», erzählt Frommelt. Sie möchte die Werke in einem anderen Zusammenhang zeigen und die Bilder neu arrangieren. Für die Ausstellung eignet sich laut der Künstlerin das Rössle ideal. «Das Kulturhaus wurde toll renoviert und es gibt viele Möglichkeiten, auf die Räume einzugehen.» Auf die Frage, ob sie ein persönliches Lieblingswerk in der Ausstellung hat, hält Frommelt kurz inne. «Das kann ich gar nicht sagen – es sind wahrscheinlich Zeichnungen und Malereien, die mich schon länger begleiten.»  Und davon hat Beate Frommelt einige. «Bei der Malerei lasse ich die Arbeiten einige Zeit liegen und bearbeite sie dann weiter – ich schleife sie beispielsweise ab und male neu darüber.» Manchmal vergehen da auch Jahre, bis die Liechtensteinerin eine Malerei wieder hervornimmt und sie aufs Neue bearbeitet. «Die Malerei ist endlos.»

Um ihre Arbeiten umzusetzen, verordnet sie sich eine strukturierte Arbeitsweise: Sie setzt sich eine Regel, verfolgt ein Handlungsmuster, das sie ständig wiederholt. Beispielsweise ein vervielfachter Pinselstrich oder ein konstant wiederholter Tuschtropfen. In der ständigen Wiederholung kommt es hin und wieder zu Abweichungen, die dann der Start eines neuen Handlungsmusters sind.

Die Arbeiten von Beate Frommelt sind zeitintensiv, da sie ihre Werke häufig in Grossformat macht. Ihre grösste Zeichnung ist etwa 1,5 mal 3 Meter gross und ist derzeit im Kunstmuseum Appenzell ausgestellt. Die Fadeninstallationen und Objekte sind noch viel grösser. «Beispielsweise stand in Werdenberg eine Skulptur von mir, die fünf Meter hoch war und einen Durchmesser von 2,5 Meter hatte», erzählt Frommelt. Die Fadeninstallationen können gar bis zu 10 Meter und länger werden.

Und die Farben in den Arbeiten? «Die sind eher dunkel», sagt Frommelt. Sehr oft benutze sie sogar die Farbe Schwarz. Der Grund dafür ist, dass der Ursprung von Frommelts Arbeit die Zeichnung ist. «Es ist auch das Bedürfnis nach Reduktion. Ich möchte meine Arbeiten simpel halten – das Regelwerk soll erkennbar sein.»

Obwohl Beate Frommelt schon seit Jahren nicht mehr in Liechtenstein lebt, fühlt sie sich mit ihrer Heimat verbunden. So ist sie beispielsweise regelmässig an der Kunstschule in Nendeln tätig.  Somit ist es für sie auch besonders, ihre Arbeit in Liechtenstein  auszustellen. Auf der einen Seite sei es für sie wie ein Heimspiel und sehr vertraut, andererseits sei sie nervöser, als wenn sie in einer Stadt wie Zürich ausstelle. «In Liechtenstein ist alles viel persönlicher und ich fühle mich durch meine Ausstellung ein bisschen nackt», verrät sie. (mh)

27. Apr 2017 / 09:27
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Probe Krimischmaus in Malbun
Zu gewinnen 1 x 2 Karten für die Premiere Shwotime Krimischmaus
Facebook
Top