• Zeppelin Museum
    Zahlreiche stromlinienförmige Autos und Motorräder werden derzeit im Zeppelinmuseum ausgestellt. Das Bild stammt vom Besuch des Ausstellungsaufbaus.  (Mirjam Kaiser)

Wie die Stromlinienform den Transport revolutionierte

Zum 20-jährigen Bestehen des Zeppelinmuseums in Friedrichshafen wurden die Medien zur Teilnahme am Anlieferungsprozess der historischen Exponate zur neuen Ausstellung «Strom-Linien-Form» eingeladen. Ein Erfahrungsbericht.
Friedrichshafen. 

An einem Freitagmorgen im Oktober im Zeppelinmuseum Friedrichshafen. Mehrere Medienvertreter versammeln sich in der ebenerdigen Halle, in der die Wechselausstellung «Strom-Linien-Form» im November einzieht. Dabei stehen Fahrzeuge im Mittelpunkt, die möglichst wenig Luftwiderstand erzeugen. Im Laufe des Vormittags sind Fahrzeuglieferungen angekündigt, auf die die Anwesenden gespannt warten. Einige der Exponate wie der «Tatra 87», eines der ersten in Serie gebauten stromlinienförmigen Automobile der  Oberklasse, sind bereits da – vom Besitzer auf der Strasse hergefahren. Andere benötigen eine Spezialspedition.

Weltrekordmaschinen
9 Uhr. Der erste grosse Lastwagen rollt an. Darin befindet sich eine Rekonstruktion des BMW Touring Coupé Le Mans von 1939 sowie ein Original BMW-Motorrad aus dem Jahr 1931. Mit dieser Maschine testete Welt­rekordfahrer Ernst Henne im Windkanal der Luftschiffbau Zep­pelin GmbH deren Aerodynamik wie auch seine eigene, bevor er erstmals für Deutschland den Geschwindigkeitsweltrekord für Motorräder mit 256.046 km/h aufstellte. Dieses Motorrad wird im Obergeschoss untergebracht, neben den Rennmaschinen NSU Delphin III von 1956 oder der NSU Baumm I von 1954, die durch ihre Vollverkleidung mehr wie Monobobs aussehen als Motorräder. Wenige Zeit später folgt die zweite Anlieferung mit dem  Opel Diesel Rekordwagen GT von 1972. Der Sportwagen wird durch das Museum in den vorderen Ausstellungsraum geschoben, wo sich auch der Zeppelin-Nachbau vom Luxusliner «Hindenburg» befindet.

Exklusive Reiselimousinen
Und schon steht der Höhepunkt des Morgens an: Der nächste Spezialtransport liefert die extrem seltene Stromlinien-Reiselimousine «Horch 930 S» mit dem Baujahr 1939 an, die über ein ausklappbares Waschbecken sowie Liegesitze verfügt. Der Kurator selbst steigt ins Auto und löst die Bremse. Fünf weitere Mitarbeiter des Museums schieben den Wagen über die Rampe Richtung Museum. Nach zehn Minuten ist es geschafft. Das Exponat ist im dafür vorgesehenen Raum angelangt. Während der «Peugeot 402 Darl’mat» aus dem Jahre 1936 von seinem Besitzer auf einem Hänger aus der Gegend von Bern nach Friedrichshafen transportiert wurde, liessen die Inhaber ihren «Adler Trumpf 1500» von 1937 via Spezialtransporter zum Museum chauffieren. Alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie gehören zu den frühesten Modellen für aerodynamische Fahrzeuge.

Zentrum für Windkanalforschung
Die Themenausstellung zur Strom­linienform, die bis zum 17. April zu sehen ist, ist die erste technikhistorische Schau in Fried­richs­hafen auf zwei Ebenen mit rund 100 Fahrzeugen und Modellen. Warum diese Wagen genau im Zeppelinmuseum gezeigt werden, rührt daher, dass das Luftschiff zum Inbegriff der Stromlinienform wurde und Fried­richshafen nach dem ersten Weltkrieg führend in der Windkanalforschung tätig war. «Der Zeppelin ist eines der Fortbewegungsmittel, deren Form sich im Laufe der Zeit am wenigsten verändert hat», erklärte Kurator Jürgen Bleibler bei der Führung durch die Räumlichkeiten. Mit seiner einem Delfin nachempfundenen Form bewegt sich ein Zeppelin in der Luft wie ein Fisch im Wasser. Mit dieser Form ist der Luftwiderstand auf ein Minimum reduziert. (mk)

Mehr dazu im aktuellen Dezember-KUL.

25. Nov 2016 / 18:07
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