• Bad Ragartz
    Interessante und spannende Skulpturen bereichern auch dieses Jahr wieder Bad Ragartz.  (Tatjana Schnalzger)

Ein ganzes Dorf als Open-Air-Galerie

Bereits im November wurde in Bad Ragaz mit einer öffentlichen Sprengung eines Kunstwerks das Triennale-Jahr eingeläutet. Obwohl die zwei dem Untergang geweihten Statuen die Explosion unbeschadet überstanden haben, hat zumindest der Knall das Kunstjahr der «Bad Ragartz» weit über die Landesgrenzen imposant angekündigt. Auch Vaduz ist wieder dabei, allerdings reduziert.

Seit mehreren Wochen laufen die Aufbauarbeiten der Bad Ragartz, die den Bau von Fundamenten sowie die Anlieferung und Platzierung von 465 Kunstwerken beinhaltet. Bis November werden diese Bad Ragaz, das Alte Bad Pfäfers wie auch Vaduz zum siebten Mal in eine Flaniermeile für Kunstliebhaber verwandeln. Werke von 77 Künstlerinnen und Künstlern hat das Ehepaar Rolf und Esther Hohmeister, die Initianten der grössten Skulpturenausstellung Europas, für die diesjährige Präsentation ausgewählt. Darunter finden sich 
unbekannte Kunstschaffende ebenso wie bereits renommierte Künstler wie Heinz Mack, Gio Pomodoro und Ciulla Girolamo. Letztere lassen sich immer wieder aufgrund des guten Rufs der Bad Ragartz zu einer Teilnahme überreden. 

«Man sollte mal etwas machen»
Doch wie kam es zur Bad Ragartz, der grössten Skulpturenausstellung Europas? «Alle haben im Konjunktiv geredet. Wenn doch jemand so etwas machen würde etc.», erzählt Initiantin Esther Hohmeister. Gemeinsam mit ihrem Mann Rolf hat sie es angepackt und 1997 erstmals eine öffentliche Skulpturenausstellung in Bad Ragaz organisiert. «Es war harte Knochenarbeit, Finanzen für die Ausstellung aufzutreiben. Wir haben eine Hypothek aufs Haus aufgenommen und sind durchgestartet», so Hohmeister. Nach sechs erfolgreichen Durchführungen und 21 Jahren haben die Hohmeisters ihr Ziel erreicht: «Unser Traum ist nun Wirklichkeit», schwärmen sie. 

Mit vielen Preisen ausgezeichnet
Das innovative Schaffen der Hohmeisters blieb nicht lange unbemerkt. Bis zu 1000 Schweizer Zeitschriften und Zeitungen wie auch mehrere Magazine in Europa oder gar den USA berichteten über die letzte Ausgabe der gigantischen Kunstausstellung. Aktionen wie die Platzierung 
eines Duplikats von Silva Costas berühmten Christo Redentor auf dem Guschakopf oder auch die Sprengung einer Venus-Statue brachten der Ausstellung weitreichende Medien-Aufmerksamkeit ein. Dieses Engagement, das weit über die Landesgrenzen hinaus wirkt, brachte dem Ehepaar mehrere Auszeichnungen ein: Die Bernhard Simon Medaille der Bürgergemeinde Bad Ragaz, den grossen Kulturpreis der Region Sarganserland und im November 2015 den mit 20 000 Franken dotierten Kulturpreis des Kantons St. Gallen. Auch dieses Jahr sind wieder spektakuläre Aktionen geplant, unter anderem  ein Helikopter-Flug, der den ersten Leuchtturm am Alpenrhein auf den Guschakopf fliegt.

«Sie schauen, aber sehen nichts»
Das Ehepaar Hohmeister ist überzeugt, dass Kultur nicht ortsgebunden ist und dass ihr Lebensraum die ganze Region umfasst. So fand 2003 erstmals eine Ausweitung der Ausstellung nach Vaduz statt. «Damit wollen wir Kunst und Kultur für noch mehr Menschen zugänglich machen», so das Ehepaar. Durch die Triennale in Vaduz konnte eine weitere Bevölkerungsgruppe wie zum Beispiel Tagestouristen erreicht werden. Viele der potenziellen Kunst-Besucher seien «leider Handy tragende Passanten». Sie würden zwar schauen, aber nichts sehen. 

Nur 20 statt 50 Werke in Vaduz
Eigentlich hätten auch dieses Jahr wieder an die 50 Skulpturen den Weg ins Vaduzer Städtle finden sollen, doch aufgrund von Überschneidungen mit Grossveranstaltungen sind es dieses Jahr lediglich 20. Obwohl seit Mai 2015 klar war, dass die Triennale 2018 wieder als Gast in Vaduz sein würde, hat die Regierungskanzlei Bewilligungen für Events auf dem Peter-Kaiser-Platz vergeben, die der Triennale in den Weg kommen. «Sehr spät, im Januar 2018, bekamen wir die Nachricht aus der Regierungskanzlei betreffend vielen Events auf dem Peter-Kaiser-Platz, dem Umbau und Restauration von Platz und Gebäude», so das Ehepaar. Insgesamt sechs Mal hätten sie 23 grosse Werke mit etwa 60 Tonnen aufstellen und wieder abräumen müssen. «Diese zwölf Bewegungen wären logistisch und finanziell einfach nicht tragbar gewesen», bedauert Esther Hohmeister. Aus diesem Grund sind dieses Jahr in Vaduz nur 20 statt der geplanten 50 Skulpturen zu sehen. Die Hohmeisters hoffen, dass in drei Jahren wieder mehr Kunstwerke von der Bad Ragartz nach Vaduz wandern können. Doch zuerst steht noch die diesjährige Bad Ragartz an, die am 5. und 6. Mai an allen drei Standorten feierlich eröffnet wird. (mk)
 

27. Apr 2018 / 07:00
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