• Ursula Wolf
    Die Künstlerin Ursula Wolf präsentiert eines ihrer Skizzenbücher.  (Daniel Schwendener)

Farbenfrohes Zeitdokument

Zwei Jahre lang las die Liechtensteiner Vollblut-Künstlerin Ursula Wolf verschiedene Tages­zeitungen und skizzierte daraus prominente Gesichter. Ihre Zeichnungen werden nun im Kulturhaus Rössle in Mauren ausgestellt.

Ihre Kunstwerke sind im ganzen Land verstreut und strahlen in bunter Pracht. Man denke an 
den Glücksdrachen beim Abenteuerspielplatz Dräggspatz in Schaan oder natürlich an die berühmte Kunstfigur «Flotti», welche auf der Rückseite eines Linienbusses abgedruckt und zur Hauptfigur eines Buches wurde. Sie alle tragen die Handschrift von Ursula Wolf. Nun hat sich die Liechtensteiner Künstlerin einem neuen Projekt zugewandt. Unter dem Titel «Was heute wichtig war» zeigt Wolf ihre farbenfrohen Werke, an denen sie zwei Jahre lang täglich gearbeitet hat. «Eigentlich wollte ich mein Projekt ein Jahr lang durchziehen. Daraus sind jetzt aber doch zwei Jahre geworden», gesteht Wolf. In diesem Zeitraum las die Künstlerin täglich die Liechtensteiner Landeszeitungen und zeichnete die Zeitungsbilder von Personen in verschiedenen Zeichentechniken ab. «Es war nicht ein blosses Abmalen. Ich suchte nach Charakterzügen der Personen und habe nie ein Bild  abgepaust. Meine Skizzen erhielten meine eigene Handschrift», erklärt Wolf. Jeden Monat wagte sich Wolf an eine neue Zeichentechnik und arbeitete täglich bis zu zwei Stunden an ihren Werken. Besonders Fussballer haben es der Künstlerin angetan. Die ausdrucksvollen Gesichtszüge, die bewegten Bilder und glühenden Emotionen wurden von Wolf dokumentiert. «Spannend war es auch, ältere Menschen zu zeichnen. Die Gesichtslinien zu suchen und zu interpretieren», so die Künstlerin. Beim Einblick in ihre Werke wird schnell klar: Dem bunten Kunststil ist die Liechtensteinerin treu geblieben. Von grünen Köpfen bis zu violetten Haaren ist alles vertreten. «Die Inspiration lauert überall», sagt Wolf. 

Männer dominieren Zeitungswelt
Nach ihrem zweijährigen Projekt kann Wolf eine erste Analyse stellen: «Während der Malarbeiten ist mir mehr und mehr aufgefallen, das sehr wenig Frauen in unseren Landeszeitungen abgebildet werden.» Auf Gruppenbildern tauchten Frauengesichter jeweils auf, aber einzelne Fotos von Frauen seien fast zur Seltenheit geworden. «Das war erschreckend für mich, dies so zu erkennen. Bei den Liechtensteiner Frauen würde ich sagen, dass Regierungsrätin Aurelia Frick am häufigsten in den Zeitungen auftaucht.» 

Die Menschen kennenlernen  
Natürlich wurden auch internationale Persönlichkeiten von Ursula Wolf gezeichnet. «Bundeskanzlerin Angela Merkel war für mich sehr spannend zum Malen. Ich muss zugeben, dass ich sie einmal etwas zu dick gezeichnet habe, ein wenig zu «madonna-haft.» Auch US-Präsident Donald Trump sei eine aufregende Persönlichkeit.  «Er hat einige besondere Merkmal an sich, welche ich beobachten konnte. Wenn er lacht, zeigt er fast alle Zähe und beim Sprechen wird sein Mund zu einer kleinen, ovalen Form», so Wolf, die bei dieser Erklärung lacht. Bei den Brexit-Verhandlungen wurde natürlich die britische Premierministerin Theresa May von Wolf des Öfteren zu Blatt gebracht. Bei der Ausstellung in Mauren sei es für die Künstlerin besonders spannend, wenn sich die eigenen Landsleute auf den Bildern erkennen. «Es ist mir ein Anliegen, dass sich die Ausstellungsbesucher im Klaren sind, wie schnelllebig unser Alltag ist und wie rasant wichtige Themen in Zeitungen verschwinden. Man müsse ihre Zeichnungen mit einer Prise Humor und Leichtigkeit geniessen. «Die Werke sollen zum Denken anregen.» (nb)
 

26. Okt 2017 / 10:32
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