• Die Ausstellung von Martha Büchel-Hilti «Z’Tod gforchta ischt oo gschtorba» im sLandweibels Huus beeindruckt durch Vielfältigkeit und gleichzeitig durch die Liebe zum Detail.

Geheimnisvoll eindrücklich

Sie lässt Figuren aus Orangenschalen entstehen, aus Holz, Moos und Laubabfällen: Martha Büchel-Hilti stellt derzeit im sLandweibels Huus in Schaan aus. Noch bis zum 8. Juli sind ihre Werke zu bestaunen – ein Besuch lohnt sich.

Von Bettina Stahl-Frick

«Z’Tod gforchta ischt oo gschtorba» nennt sich Ihre aktuelle Ausstellung im sLandweibels Huus in Schaan. Frau Büchel-Hilti, mal ganz ehrlich, wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig gefürchtet?
Martha Büchel-Hilti: Beim Einrichten der Ausstellung abends im wenig belichteten sLandweibels Huus hörte ich ein deutliches «Hoi». Ich schaute nach und da war niemand. Das war ziemlich unheimlich. Es wurde mir dann aber schnell klar, dass man in diesem kaum isolierten Haus alle Geräusche von der Strasse mitbekommt.

14 Räume, also eigentlich alle bis auf den Estrich, haben Sie im sLandweibels Huus mit ihrer Kunst bereichert. Wie viel Zeit haben Sie in das Befüllen der Räumlichkeiten investiert?
Da es in diesem Haus nur eine einzige Ausstellung pro Jahr gibt, hatte ich einen ganzen Monat lang Zeit, diese einzurichten. Soviel Zeit zu haben, ist ziemlich einzigartig und kam mir sehr entgegen.

Und Sie haben von Anfang an gleich gewusst, welches Kunstwerk in welchen Raum soll?
Es gab zwar gewisse Vorstellungen meinerseits, aber schliesslich hat sich doch einiges geändert. Im sLandweibels Huus hat jeder Raum eine andere Höhe, andere Materialien, ein anderes Licht, was natürlich sehr spannend und anregend ist, aber ein intensives Ausprobieren erforderte.

Wie sind Sie denn da vorgegangen?
Ich habe versucht, meine sehr unterschiedlichen Arbeiten mit diesen wunderbaren Räumen zu einer Gesamtatmosphäre zu verweben. Es ging auch stark um den Bezug von einem Raum 
zum anderen, da man fast überall überraschende Durchblicke quer durchs Haus hat. Die Dinge sollten zusammenspielen.

Zu sehen sind einerseits Stickereien auf Stoff wie auch auf Papier. Welches Material favorisieren Sie?
Ein bevorzugtes Material habe ich keines, jedes hat seine eigenen Qualitäten. Stoff bestickt man mit eher kleineren Stichen, während man auf Papier, das ja gewachst und somit steif ist, lange Fäden spannen kann. Es eignet sich aber nicht jede Technik für jedes Motiv. So ergibt sich das Meiste von selber.

Was Materialien anbelangt, sind Sie grundsätzlich sehr experimentierfreudig. Sie haben verschiedenste Figuren entstehen lassen aus Orangenschalen, aus Holz, Moos, Laubabfällen, die Sie schliesslich mit Wachs überzogen haben. Gehen Sie dafür bewusst auf Materialsuche?
Ich gehe kaum auf Materialsuche und nehme, was ich gerade finde. Ein Teil der Fundstücke bearbeite ich dann auf alle möglichen Arten für die Mobiles,  andere eignen sich vielleicht als Motiv für eine Stickerei.

In welchem Zusammenhang steht denn Ihre Ausstellung mit Furcht und Tod?
Die Stickereien zeigen Momente aus dem Leben, heitere und leichte, aber auch dunkle und bedrohliche. Ich fand, dass dieses Sprichwort, das ich schon seit jeher kenne, gut zu den Arbeiten passt. Es spricht daraus eine Art Lebenserfahrung, eine Ansicht zum Leben, eine Gesetzmässigkeit. Es scheint mir zeitgemäss.

Die Räumlichkeiten im sLandweibels Huus könnten zu Ihren Werken nicht besser passen. Wie sind Sie zu diesem Ausstellungsort gekommen?
Albert Eberle, der Verantwortliche des Hauses, hat eine Stickerei von mir gesehen und sich meine Arbeiten im sLandweibels Huus vorstellen können. Für mich ist es ein Glück. Es ist einer der schönsten Ausstellungsorte, die ich mir denken kann.

Bis zum 8. Juli ist diese Ausstellung geöffnet. Wo geht Ihre künstlerische Reise entlang? 
Im Sommer findet die 2. Triennale von Visarte Liechtenstein statt, bei der ich teilnehmen  werde. Dann kommt wieder eine ruhige Zeit, in der ich mich aufs Schaffen konzentrieren kann. Und da weiss man tatsächlich nie, wohin die Reise geht.
 

25. Mai 2018 / 06:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
seenachtsfest
Zu gewinnen 3 x 2 Karten für das Seenachtsfest in Arbon für Samstag, den 7. Juli 2018 (6. Juli und 8. Juli sind Eintritte kostenlos)
07.06.2018
Facebook
Top