• Interview Lilian Hasler
    Lilian Hasler ist als Bildhauerin bekannt – seit nun beinahe einem Jahr ist sie ausserdem Präsidentin von visarte.liechtenstein.  (Daniel Schwendener)

«Wertschätzung der Künstler steigern»

Seit bald einem Jahr ist Lilian Hasler die Präsidentin der visarte.liechtenstein. Das ist eine Vereinigung, angeschlossen an die visarte.schweiz, die sich für die Bedürfnisse von Künstlern einsetzt. Lilian Hasler zieht Bilanz – und verrät, was visarte.liechtenstein für nächstes Jahr plant.

Am 1. Januar 2016 ist für Liechtensteins Künstler ein grosser Wunsch in Erfüllung gegangen: Als eine Sektion der visarte.schweiz hat sich die visarte.liechtenstein gegründet. Zwar hat es seit bereits zehn Jahren den Berufsverband bildender Künstler, kurz BBKL, gegeben. Liechtenstein war es aber schon seit Längerem ein Anliegen, sich der visarte.schweiz anzugliedern, um sich in der Kunstszene auch über die Grenzen hinweg vernetzen zu können. Visarte.liechtenstein besteht aus 46 Künstlern, die mit Installationen, Skulpturen oder in der Malerei arbeiten. Seit einem Jahr ist die Bildhauerin Lilian Hasler die Präsidentin. «Unser oberstes Ziel ist, die Wertschätzung der Künstlerinnen und Künstler zu steigern», sagt Lilian Hasler. Einerseits soll die liechtensteinische Kunstszene in der Gesellschaft ihren ehrenwerten Platz haben, andererseits möchte visarte.liechtenstein die sozialen Bedingungen für Künstler verbessern. Dabei geht es als Erstes um die Einführung des Künstlerhonorars für Ausstellungsbeteiligungen und in futura auch um die Taggeldversicherung und Altersvorsorge. Um visarte-Mitglied zu sein, braucht es eine anerkannte künstlerische Ausbildung und der Künstler oder die Künstlerin muss ein ausgewiesenes Repertoire an eigenen Werken anbieten können. Eine entsprechende Kommission in der Schweiz schaut sich die Dossiers an, visarte.liechtenstein gibt ihre Empfehlungen ab. 

Kontakte knüpfen
Nach eineinhalb Jahren visarte.liechtenstein zieht Lilian Hasler eine überaus positive Bilanz. Durch die Angliederung an den Schweizer Verein könnten weitreichende Kontakte geknüpft werden – «visarte.liechtenstein ist quasi zu einem Sprungbrett für gute Ausstellungen im Land und schöne Kunstkataloge geworden», freut sich die Präsidentin. «So konnten wir mit unserem Katalog ‹Pioneers from a hidden country› den Preis für das schönste Buch Liechtenstein 2016 entgegennehmen.» Über die Förderbeiträge vom Land Liechtenstein möchte sich Lilian Hasler keineswegs beklagen. Die finanzielle Förderung ist zwar wichtig, genauso von Bedeutung seien aber auch Kontakte, die visarte.liechtenstein nun ermöglicht. Dabei weiss die Künstlerin, wovon sie spricht. Seit über 40 Jahren arbeitet sie als Bildhauerin mit Stein und Holz, aktuell immer mehr mit Kunststoff. Ihr Atelier hat sie in Zürich, wo die Eschnerin mit ihrer Familie lebt. 

Grosses geplant
Als «aufregend» bezeichnet Lilian Hasler das vergangene Jahr als visarte.liechtenstein-Präsidentin. Im Mai war zum Beispiel die visarte.schweiz in Liechtenstein zu Besuch. Im Rahmen 
der jährlichen Delegiertenversammlung haben sich dabei über 100 Kunstschaffende miteinander ausgetauscht. Und auch im nächsten Jahr gibt es für Lilian Hasler und den Vorstand wieder jede Menge zu tun: Ab dem 15. Juni werden zwei Monate lang elf Ü70-Künstler im Engländerbau ausstellen. Dabei geht es einerseits um Kunst, andererseits auch um den Werdegang der Künstler selbst. 
Am 26. August geht es bis Oktober mit der nächsten Ausstellung weiter und zwar mit der Triennale, die alle drei Jahre stattfindet. 40 visarte-Mitglieder werden in acht Kulturhäusern Liechtensteins ausstellen – vor drei Jahren waren es lediglich 29 Künstler, die sich an der Triennale beteiligt haben. Lilian Hasler freut sich insbesondere, dass den Künstlern neu auch der Seitenlichtsaal im Kunstmuseum sowie der Engländerbau zur Verfügung stehen. Die Vorbereitungen für beide Ausstellungen laufen bereits auf Hochtouren, ebenso wie die Suche nach finanzieller Unterstützung. 120 000 Franken braucht visarte.liechtenstein, um die beiden Ausstellungen zu verwirklichen. Wie Lilian Hasler sagt, fehlen noch rund drei Viertel dieser Summe. Die Präsidentin ist aber optimistisch, dass Gönner und Stiftungen in die lokalen Arbeiten investieren werden. «Ich hoffe es zumindest ganz fest.» Genauso optimistisch geht Lilian Hasler in die Zukunft – «Ich wünsche mir, dass wir im Schuss bleiben», sagt sie. Auch privat möchte die Künstlerin natürlich «im Schuss bleiben». Obwohl sie sich als Präsidentin nun auch kulturpolitischer Arbeit widmet, möchte sie auch in Zukunft «allerlei Material zu Kunst veredeln und dadurch geistigen Mehrwert generieren.» (bfs)
 

26. Okt 2017 / 10:40
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