• ligita Interview in Mauren
    Rita Kieber-Beck und Elmar Gangl freuen sich, die anfänglich nicht einfache Zeit für die Ligita überwunden und die Gitarrentage auf eine solide Basis mit grossem Erfolg gestellt zu haben.  (Daniel Schwendener)

«An harzigen Anfängen gewachsen»

Seit 25 Jahren sind sie in Liechtenstein ein fixer Begri.: Die Liechtensteiner Gitarrentage, kurz Ligita. Elmar Gangl heisst der Mann der ersten Ligita-Stunde und Rita Kieber-Beck engagiert sich seit nun bald 10 Jahren im Vorstand. Beide blicken auf eine Zeit zurück, in der die Gitarrentage auf wackeligen Beinen gestanden sind und freuen sich über den heutigen Erfolg.
Unterland. 

Herr Gangl, vor 25 Jahren haben Sie die Liechtener Gitarrentage, kurz Ligita, ins Leben gerufen.

Welche Beziehung pflegen Sie zur Gitarre?

Elmar Gangl: Vor der Ligita war sie für mich die grosse Unbekannte. Eher per Zufall habe ich dann die beiden Gitarrenlehrer Kurt Gstöhl und Leon Koudelak kennengelernt. Sie waren zusammen mit Michael Buchrainer, Manfred Strässer, Dietmar Tiefenthaler und mir die Gründungsmitglieder vom Gitarrenzirkel. Ich entschied mich, eines ihrer Konzerte in der Stein Egerta zu besuchen. Diese Art von Musik war für mich eine komplett neue Welt ? mich faszinierte aber umso mehr ihre Begeisterung beim Musizieren.

So sehr, dass Sie die Ligita ins Leben gerufen haben?

Elmar Gangl: Zum einen ja. Andererseits erkannte ich allerdings das mangelnde Angebot an Weiterbildung. Die Gitarrenlehrer und Gitarristen vermissten ein entsprechendes Angebot für sie, das es früher an den Meisterkursen in Vaduz gab, und Gitarrenkonzerte im TAK machten sich auch rar. So war für uns klar: Wir möchten etwas Entsprechendes auf die Beine stellen. Zusammen mit Kurt Gstöhl bin ich dann nach Bratislava geflogen, um einen der grössten Gitarristen für die Ligita zu gewinnen: David Russell. Wir hatten Glück und bekamen die Zusage von dem grossen Star ? und somit standen die Sterne für den Ligita-Start schon mal ganz gut.

Frau Kieber-Beck, zwar nicht von Anfang an, aber schon seit 2009 engagieren Sie sich im Vorstand für die Ligita. Spielen Sie auch selbst Gitarre?

Rita Kieber-Beck: Nein, ich spiele nur gelegentlich hobbymässig Klavier. Ich höre aber sehr gerne Gitarrenkonzerte. Musik im Allgemeinen tut dem Gemüt einfach gut. Besonders faszinieren mich Klassik sowie Blues und Jazz.

Sie hören nicht nur gerne Musik, Sie engagieren sich ganz offensichtlich auch gerne für sie.

Rita Kieber-Beck: Ja, aber eines vorweg: Kultur und Sport haben in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Bei der finanziellen Unterstützung hat es der Sport sicher einfacher. Vor allem kleinere Kulturvereine tun sich oft schwer, Sponsoren zu finden. Ohne unsere langjährigen und grosszügigen Förderer, Sponsoren, Förderkreismitglieder und Gönner sowie die vielen freiwilligen Helfer gäbe es die Ligita sicher nicht. Und es freut uns sehr, dass der Mann der ersten Stunde, Elmar Gangl ? unser organisatorischer Leiter ? nach wie vor sehr engagiert und motiviert ist und so viel zum Gelingen der Ligita beiträgt. Um aber auf mein Engagement zurückzukommen: Die Ligita ist ein faszinierendes Festival, das die familiäre Atmosphäre pflegt und optimal in den Kultursommer Liechtensteins und ins schöne Unterland passt. Das waren meine Beweggründe und meine Motivation, mich im Verein und für die Ligita zu engagieren.

Bei der Ligita stehen nicht nur Gitarrenkonzerte im Vordergrund, oder?

Elmar Gangl: Eben gerade nicht. Ebenso wichtig und geschätzt sind die Meisterkurse und Gitarrenwettbewerbe.

Rita Kieber-Beck: Genau das ist auch die Besonderheit an der Ligita. Interessierte können mit den Künstlern in Kontakt kommen, sich mit ihnen austauschen, von ihnen lernen. Dies wird sehr geschätzt ? und so ist die Ligita auch von Jahr zu Jahr gewachsen. Dabei ganz wichtig: Sie ist grössenverträglich gewachsen und auch der finanzielle Aufwand hält sich in Grenzen.

Elmar Gangl: Und dabei möchten wir die Top-Qualität hochhalten. Ich sage immer: Wenn die Ligita ein Sängerfestival oder eben ein Tenorfestival wäre, würden wir uns auf dem Niveau von Domingo Carreras und Pavarotti bewegen. Dass uns dieser internationale Sprung gelungen ist, liegt an der seriösen Arbeit und an den vielen Kontakten, die sich über all die Jahre vernetzt haben.

Können Sie sich nach all den Jahren,? wie Sie es gerade selbst gesagt haben,? noch an die erste Ligita erinnern?

Elmar Gangl: Ja klar! Meinen Trip nach Bratislava, um David Russel zu engagieren, habe ich ja bereits erwähnt. Seine Zusage war ein Glücksgriff. Allerdings reagierten nicht alle so positiv auf die damals noch ganz junge Ligita.

Inwiefern?

Elmar Gangl: Wir mussten uns anhören, dass Kultur immer nur koste. Ich habe gemerkt: Die Li gita muss sich beweisen. Mit entsprechend viel Motivation haben wir weiterorganisiert.

Rita Kieber-Beck: Tatsächlich ist die Ligita an den schwierigen Anfängen gewachsen.

Elmar Gangl: So sehr, dass sie auch ganz schnell international zu einem Begriff geworden ist.

Rita Kieber-Beck: Und natürlich auch im Inland. Während früher zwei Drittel der Besucher aus dem Ausland, also vorwiegend aus Vorarlberg und dem Rheintal, gekommen sind, besuchen die Ligita heute zu zwei Drittel Gäste aus dem Inland. Für viele von ihnen ist die Ligita einfach zu einem schönen und bereichernden Muss geworden.

Was steckt denn hinter diesem Erfolgsgeheimnis der Ligita?

Rita Kieber-Beck: Die Besucher wissen: Die Gitarre steht im Vordergrund und man darf Ausnahmekünstler von höchstem Niveau erwarten.

Elmar Gangl: Auch gibt es Künstler, die wir hier regelmässig begrüssen dürfen und die sich dadurch regelrecht einen Fankreis aufgebaut haben.

Was wird das diesjährige Highlight an der Ligita sein?

Elmar Gangl: Natürlich unser Jubiläum an und für sich und somit auch unser Jubiläumskonzert mit dem weltbekannten Gitarristen Pepe Romero. Aber man kann sagen: Ein Highlight wird das andere jagen.

Rita Kieber-Beck: Worauf ich mich sehr freue, ist das grosse Abschlusskonzert. Denn dort sieht und hört man, was für Fortschritte die Studenten während dieser Woche gemacht haben und wie gross ihre Freude und Begeisterung am Musizieren ist. Und man erlebt das Spiel der Gewinnerin oder des Gewinners des Ligita-Gitarrenwettbewerbs und ist überrascht, wie virtuos diese jungen Talente bereits konzertieren.

Und wo geht die Reise der Ligita in Zukunft hin?

Elmar Gangl: Als Gründungsmitglied erlaube ich mir zu sagen, dass sich das Konzept bewährt hat. Was sich mit der neuen musikalischen Leitung sicherlich ändern wird, ist, dass auch neue, jüngere Ideen die Ligita gestalten werden. Das ist auch gut so. Aber grundlegend wird sich die Ligita nicht verändern.

Rita Kieber-Beck: Das sehe ich genauso. Nur: Den Tendenzen an den Musikhochschulen muss künftig gebührend Platz eingeräumt werden. Die Reise wird mehr in Richtung Ensemble gehen. Es ist wichtig, diese Entwicklungen zu beobachten und sie einfliessen zu lassen. Aber grundsätzlich stehe ich voll hinter dem Konzept mit Konzerten, Meisterkursen und Gitarrenwettbewerben.

Nun mal abgesehen von der Ligita: Welche Gitarrenmusik hört sich Rita Kieber-Beck privat an?

Rita Kieber-Beck: Sehr gerne mittel- und südamerikanische mit viel Rhythmus. Da darf es ruhig ein bisschen abgehen. Allerdings auch sehr gerne Klassik.

Und wie sieht es bei Elmar Gangl dahingehend aus?

Elmar Gangl: Auch ich höre mir gerne Stücke von südamerikanischen Komponisten an. Da darf es auch bei mir mal «knalla und klepfa». Es darf dann aber auch wieder ganz romantisch klingen ? es ist fantastisch, wie auch alte Musik interpretiert wird. Kurzum: Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert.

Die Ligita findet vom 8. bis 15. Juli statt, Infos unter www.ligita.li

30. Jun 2017 / 10:18
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