• Clarissa Frommelt
    Clarissa Frommelt engagiert sich seit 30 Jahren im Orchester Liechtenstein-Werdenberg.  (Daniel Schwendener)

«Die Geige ist und bleibt meine Leidenschaft»

Das Orchester Liechtenstein-Werdenberg (OLW) feiert heuer sein 40-Jahr-Jubiläum. Clarissa Frommelt ist seit drei Jahrzehnten als Violinistin aktives Mitglied. Der Spass am Musizieren wurde ihr in die Wiege gelegt, sodass sie schon als Jugendliche ins klassische Sinfonieorchester einstieg.

Frau Frommelt, Ihre Eltern sind Gründungsmitglieder des OLW. Ist das auch der Grund, warum Sie als 14-jähriges Mädchen ins Orchester eingestiegen sind?
Clarissa Frommelt: Das ist richtig. Karl Ehrenzeller startete vor 40 Jahren einen Aufruf in der Zeitung mit der Frage: «Wer hat Lust, Musik zu machen?» Alles hat im kleinen Rahmen als Kammerorchester angefangen und mit meinem Vater Albert Frommelt als Dirigent. Jährlich nahm die Teilnehmerzahl zu. Heute sind wir eine gut durchmischte Gruppe zwischen 35 und 45 Personen. Unsere Mitglieder sind zwischen 17 und 70 Jahre alt und kommen aus dem Dreiländereck. Eigentlich von Chur bis Bregenz.

Wie wird das 40-Jahr-Jubiläum des OLW zelebriert?
Wir haben erneut die Aktion «viva la musica» gestartet. Der OLW-Freundeskreis ist dabei ein gemeinnütziger Verein. Er bezweckt die Unterstützung des Orchesters Liechtenstein-Werdenberg in finanziellen, ideellen und organisatorischen Belangen. Zum zweiten Mal können Personen Glückslose per Internet mittels Bestellkarte oder bei einem Verkaufsstand, bei Konzerten oder anderen Anlässen, erwerben. Am 30. Dezember werden bei unserem Silvesterkonzert in Triesen die glücklichen Gewinner bei einer Tombolaverlosung gezogen. Zudem unternehmen wir mit dem OLW kommenden Frühling eine Konzertreise nach Bergen in Norwegen. Dort findet ein europäisches Laienorchester-Treffen statt.

Seit neun Jahren ist Stefan Susana Dirigent des OLW. Was  konnten Sie dank ihm auf ihrem musikalischen Weg mitnehmen oder lernen?
Seine grosse Stärke ist, meiner Meinung nach, seine extreme Musikalität und diese kann er am besten aus uns herauskitzeln. Wenn man die Qualität des Orchesters vor neun Jahren und heute miteinander vergleicht, könnte man sagen, dass sich das Orchester qualitativ sowie von der Technik her extrem gewandelt hat. Das haben wir ihm zu verdanken.

An welche Auftritte mit dem OLW erinnern Sie sich gerne zurück?
Von der Location her kommt mir spontan das Schloss Werdenberg in den Sinn. Das Konzert fand unter freiem Himmel statt und das war sehr eindrücklich. Nicht zu vergessen war unser Herbstkonzert 2016 für das Gemeinschaftsprojekt «Carmina Burana» von Carl Orff mit drei Chören aus der Region. Über 100 Personen standen auf der Bühne. Aus dem Augenwinkel habe ich das Publikum beobachtet und dachte mir: «Oh Schreck, denen hat das nicht gefallen. Sie stehen auf und verlassen den Saal.» Bis ich mich umgedreht habe und sah, dass es eine Standing-Ovation war. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Spielen Sie noch weitere Instrumente?
Nein, die Geige ist meine Leidenschaft.

Was hat Ihre Leidenschaft entfacht?
Meine Eltern sind beide Musiker. Meine Mutter ist Geigenspielerin. Als ich vier Jahre alt war, habe ich Geigenunterricht von ihr erhalten. Über alle Jahre hinweg war sie meine Lehrerin.

Gab es nie Momente, in denen Sie die Geige in die Ecke stellen wollten, um ein anderes Instrument zu erlernen wie zum Beispiel E-Gitarre?
Ich muss zugeben, ja, es gab solche Momente, besonders in der Pubertät. Nicht, weil ich ein anderes Instrument bevorzugte, sondern weil ich keine Lust mehr hatte zu üben. Ich bin jedoch froh, dass ich den Bogen nicht auf die Seite gelegt habe.

Welche musikalischen Künstler inspirieren Sie?
In meiner Jugend hat mich besonders der britische Violinist Nigel Kennedy inspiriert. Er wurde berühmt durch sein «punkiges» Auftreten. Im Sommer war der deutsche Geigenspieler David Garrett zu Gast bei «Vaduz Classic» und auch er ist in meinen Augen ein toller Ausnahmekünstler. Er punktet nicht nur mit seinem musikalischen Talent, sondern auch durch sein äusserliches Erscheinungsbild. Talent allein reicht heute nicht mehr. Das Gesamtpaket muss stimmen.

Welche Musik hören Sie privat?
Querbeet. Ich höre relativ wenig klassische Musik. Wenn ich Klassik höre, dann gezielt und nicht einfach als Hintergrundmusik. Ich höre gerne Jazz, gehe in die Oper oder sehe mir Musicals an. Es darf aber auch härtere Musik sein. Mein Mann ist ein Fan der deutschen Rockgruppe «Rammstein». Wir waren auch schon gemeinsam an einem Rammstein-Konzert.

Was wünschen Sie dem OLW für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass wir so weiter wachsen wie bisher. Sowohl von der Mitgliederzahl wie auch in allen anderen Bereichen. Wir haben einen guten Präsidenten, Vorstand, Dirigent und diese harmonische Zusammenarbeit soll auch in Zukunft bestehen bleiben.

23. Nov 2017 / 17:23
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