• Neun Jahre lang moderierte Mike Müller an der Seite von Viktor Giacobbo die wöchentliche Late Night Show «Giacobbo/Müller» auf SRF 1.

«Warum hast Du nicht etwas Anständiges gelernt?»

Mike Müller und Viktor Giacobbo sind begnadete Meister des Bauchmuskeltrainings. Wenn sie gemeinsam auf der Bühne stehen, sind Lachkrämpfe vorprogrammiert. Am 4. Mai kommt das Komiker-Duo mit seinem neuen Stück «In Therapie» in den SAL nach Schaan.

Nathalie Bagnoud

Ausverkauft, ausverkauft und wieder ausverkauft: Im April schon sind alle Tickets für ihr aktuelles Stück «In Therapie» im Casinotheater Winterthur vergriffen. Wie ist Ihre Gefühlslage, wenn Sie diese Zahlen sehen und hören?
Mike Müller: Das macht uns gehörig Druck. Dagegen ist jedoch nichts einzuwenden. Viktor und ich sind von Natur aus eher faul. 

Im Stück «In Therapie» geht es um die Zeit nach Ihrer SRF-Fernsehkarriere. Haben Sie und Viktor Giacobbo vom Scheinwerferlicht noch nicht genug?
Oh doch, wir hatten tolle 
Jahre bei SRF. Aber nach neun Jahren hatten wir Lust auf neue Formen. Viktor macht Podcasts, ich schrieb und spiele ein neues Solo, das ich im Januar 2019 auch im TAK in Schaan zeigen werde.

Wie ist «In Therapie» konkret entstanden? Gab es einen Schlüsselmoment?
Es gab den ganz normalen Dreierschritt: Schreibtisch-Probebühne-Bühne. Schlüsselmomente sind etwas für kitschige Biografien und nicht für das richtige Leben.

Ein Jahr lang haben Sie und Herr Giacobbo gegen Fressattacken, Jugendlichkeitswahn und Kameraphobien gekämpft. Ohne Erfolg. Verursacher der seelischen Störung soll das Publikum sein. So wird das Stück beschrieben. Wie viel «Wahrheit» steckt dahinter?
Es steckt sehr viel Wahrheit im Stück, aber wir sagen nicht wo und was.

Sie sind zu Viert auf der Bühne. Der selbst ernannte Stage Personality Coach Dominique Müller und der unter labiler Freundlichkeit leidende Daniel Ziegler begleiten das Stück, also die Therapiesitzung. Geht alles streng nach Skript oder gibt es Momente, in denen Sie spontan sein dürfen?
Es ist ein geschriebenes Stück mit zwei Fenstern für komplett offene Improvisationen.
Mit wenig erprobten Mitteln versucht man Ihnen im Stück klarzumachen, dass das Problem nicht das Publikum ist, sondern dass verrutschte Persönlichkeiten in Ihnen und Herrn Giacobbo stecken. 

Welche Figuren kommen im Stück vor?
Fredi Hinz und Hanspeter Burri kommen kurz vor – aber auch nur, damit wir uns streiten können.

Hätten Sie vor einigen Jahren damit gerechnet, dass Sie heute noch mit Viktor Giacobbo zusammenarbeiten?
Ich habe zumindest nie mit dem Gegenteil gerechnet.

In einer TV-Show spielen oder auf der Theaterbühne stehen – welches sind die konkreten Unterschiede?
Diese Liste wäre sehr lang und wohl auch langweilig. An beiden Orten braucht es Rampensäue. Wenigstens diesen Aspekt decken wir gut ab. 

In einem Interview sagten Sie einst, dass sie als Kind Schreiner werden wollten, da es in der Schreinerei so gut nach Hobelspänen riecht. Gibt es Momente, in denen Sie gerne die Zeit zurückdrehen würden, um einen anderen Berufsweg einzuschlagen?
Kurz vor einer Premiere frage ich mich immer: Warum hast Du nicht etwas Anständiges gelernt? Kaum hat man die Vorstellung gestemmt, kommt das Grossmaul aber erstaunlich schnell wieder an die Oberfläche und man möchte keinen anderen Beruf der Welt. Ausser vielleicht Papst. Aber bitte ohne Zölibat.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Wann gehen Sie in Pension? 
In unserer Branche macht ein Excel-Sheet mit Karrierezielen keinen Sinn. Lebenspläne machen wir nur, wenn es um Reisen geht oder um Auszeiten, um etwas Neues zu schreiben. Das sind Pläne, die grossen Spass machen und selten scheitern.

Worauf muss sich das Publikum am 4. Mai im SAL in Schaan gefasst machen? Worauf dürfen sich die Besucher des Stücks «In Therapie» freuen? 
Es gibt im Leben Dinge, auf die man sich gefasst machen muss. Ein Theaterabend gehört nicht dazu. Neugier und gute Laune reichen vollauf.

 

27. Apr 2018 / 07:00
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