• Rachel Wieser
    Rachel Wieser studierte Musik in Bern und London.  (Daniel Schwendener)

«Mit viel Leidenschaft und Willen zum Ziel»

Nur ein Projekt offen zu haben, ist für Rachel Wieser kaum denkbar. Die 32-jährige Musikerin geht mit ihren Terminen gleich geschickt um, wie mit ihrer Geige. Bei Terminen in der ganzen Schweiz und Liechtenstein wird für sie häufig der Zug zum Büro und die Nacht zu ihrer Geigen-Übezeit.
Vaduz. 

In einer Hand die Geige, in der anderen die Hundeleine – so betritt Rachel Wieser das Café. Beim Fotoshooting vor dem Interviewtermin stellt sie ihre Fähigkeiten am Instrument gleich unter Beweis: Nur wenige Noten lässt sie erklingen und schon halten die Restaurantangestellten im sonst geschäftigen Treiben kurz vor der Mittagszeit für einen kurzen Moment inne, um den sanften Tönen zu lauschen. Bereits kurze Zeit später erzählt Wieser bei einer Tasse Tee von ihrer musikalischen Ausbildung und dem Start in ein Leben, das von der Musik bestimmt wird.  

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren erhielt die junge Musikerin ihren ersten Geigenunterricht. Dadurch wurde sie schnell zu einer der besten Geigenspielerinnen Liechtensteins. Nebenbei entdeckte sie auch
die Schauspielerei für sich. «Im Gymnasium war ich während einiger Jahre teil der Theatergruppe ‹Sisyphus›», erinnert sie sich. Die Auftritte auf der Theaterbühne habe sie sehr geschätzt und später auch vermisst. Es sei ihr aber immer klar gewesen, dass sie Mu­sik studieren werde. «Ich wusste einfach, dass ich das eines Tages machen werde», sagt Wieser. Besonders der Beginn des Studiums habe ihr die Augen geöffnet: «Ich habe als Teenager nicht regelmässig Geige geübt, später im Studium waren dann aber viele Stunden täglich absolut notwendig.»

Nach dem Gymnasium Vaduz absolvierte die 32-Jährige zuerst ein Zwischenjahr, um sich auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule vorzubereiten. Zuerst studierte sie während vier Jahren Musik in Bern – für sie ein völlig neues Leben. «Mein Leben hatte plötzlich eine ganz andere Qualität, ich musste mich nicht mehr den ganzen Tag von Schulstoff berieseln lassen, sondern konnte den ganzen Tag Musik machen, ich habe täglich mindestens fünf Stunden Geige geübt. Auch heute dominiert das Üben mein Leben. Das ist die Krux und das Schöne an der Musik: Man muss immer üben.» Dies sei aber nur möglich, wenn man entweder verständnisvolle Nachbarn hat oder – so wie Wieser – in einem Haus mit dickeren Wänden wohnt. «Ich übe ganz gerne bis Mitternacht oder länger, so störe ich höchstens meinen Partner», lacht sie. (jgr)

Mehr dazu im aktuellen Dezember-KUL.

25. Nov 2016 / 18:20
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