• Michael Sele
    «Ich bin nicht geduldig, aber ehrgeizig und verfolge Ziele hartnäckig», verrät The Beauty of Gemina-Frontmann Michael Sele.  (zvg)

Seine Musik ist ergreifend, fesselnd und durchdringend

Sie ist die erfolgreichste Band der Region: The Beauty of Gemina. Und während viele davon träumen, mit der Musik erfolgreich durch Europa zu touren, hat das Michael Sele geschafft. Seit zehn Jahren ist der charismatische Sänger, Songschreiber und Multiinstrumentalist in der Branche kein Unbekannter mehr.
Vaduz. 

Michael Sele wird in der Musikszene als Gesamtkunstwerk beschrieben, als die Seele von The Beauty of Gemina. Seine Stimme spiele in der Liga eines Nick Cave, sein Songwriting, seine Kompositionen und Arrangements gehören innerhalb des Genres zum Besten, was es aktuell zu hören gibt. Die Musik hat im Leben des in Sargans wohnhaften Liechtensteiners schon immer eine grosse Rolle gespielt. «Meine Grosseltern haben mich geprägt», weiss Michael Sele. Seine Grossmutter war eine holländische Sängerin, sein Grossvater Musiklehrer und Komponist, zudem spielten sie gekonnt zahlreiche Instrumente. Eine Faszination, die von klein auf abfärbte. Dass er ebenfalls Talent besitzt, hat Michael Sele früh herausgefunden. «Ich spiele verschiedene Instrumente. Meine Hauptinstrumente sind aber die Gitarre und das Klavier.» Seine besondere Passion – die richtigen Worte in Texte zu verpacken – kam erst später hinzu.  

Von der eigenen Musik leben zu können, davon träumen viele. «Mein Traum war es schon früh, meine Musik auch zu veröffentlichen, sie zu teilen, damit sie von anderen gehört wird», so Michael Sele. Bevor er zu The Beauty of Gemina kam, war er nicht nur Musiker in anderen Bands, sondern begleitete diese gesanglich als Zweitstimme. Dass er ein grosses Talent zum Texten besitzt, entdeckte er im Jahre 2006 durch die Gründung von TBOG, wie die Band in der Szene genannt wird. «Ich empfinde das Schreiben von Liedern immer wieder als grosse Herausforderung», verrät er.

Seine Texte beschäftigen sich einerseits mit düsteren und eher ernsteren Themen wie Depression, Liebeskummer und Einsamkeit, andererseits aber auch mit politischen Ansichten. «Ich weiss, dass sich viele mit den Texten identifizieren und sich damit näher befassen», so der im Sternzeichen Fische geborene Musiker. Die Arrangements seien zwar entscheidend, aber die Texte würden sie zum Ganzen vollenden. «Ich empfinde es als äusserst wertvoll, von Fan-Communitys zu erfahren, wie die Menschen über unsere Lieder denken. Wenn sie an Konzerten dann mitsingen, gibt es wohl für eine Band – vor allem für den Texter selbst – nichts Schöneres», so der Sänger. Seine Musik, besonders aber seine Stimme, wird dabei oft als ergreifend, fesselnd und durchdringend beschrieben. Die Reaktionen des Publikums bezeichnet Michael Sele als spannend und motivierend, die Fangemeinde wächst stetig. Mittlerweile gebe es sogar Fanclubs in Ländern wie Russland, Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland. In Südamerika und in Osteuropa wachse die Anhängerschaft stetig.

Über all die Jahre hat Michael Sele seinen ganz eigenen, unverkennbaren Stil entwickelt. «Ich habe meine Stimme und weiss, dass das meine Sprache ist – so singe ich.» Und besonders durch ihn, der als Denker und Lenker der Band gilt, konnte sich TBOG schon nach kurzer Zeit einen Namen in der Musikbranche machen. Mit «Suicide Landscape» gelang der Band ein Nummer-1-Hit in den World Gothic Charts. Das Video dazu war in der Tagesrotation des Schweizer Fernsehens zu sehen und wurde auch beim Musiksender Viva gespielt. The Beauty of Gemina waren Support der Smashing Pumpkins im Zürcher Hallenstadion oder tourten als Vorgruppe der Band Unheilig durch Deutschland. Neben dem Auftritt am Jazzfestival in Montreux hebt Michael Sele beim Aufzählen der Länder, die sie bisher besucht haben, auch das erste Konzert in London hervor. Die Liste ist lang. Der Blick geht zurück auf 200 Konzerte in 15 Ländern, zahlreiche Titelgeschichten, überschwengliches Lob von Fachmedien und einer stetig wachsenden Fan-Community. «Dass wir so früh im Ausland spielen durften – am Anfang auch als Vorgruppe von grösseren Bands –, empfinde ich bis heute als Privileg», so der Musiker. Beim Blick hinter die Kulissen konnte TBOG lernen, wie man agiert und mit den Leuten kommuniziert. Alle Konzerte seien eine unglaubliche Bereicherung fürs Leben gewesen.

Es ist das nunmehr siebte Studioalbum, das die Band im September auf den Markt bringt. Es trägt den Titel «Minor Sun». Die Vorabsingle «Crossroads», die Ende Mai erschienen ist, lässt erahnen, dass die Band von der bisher eingeschlagenen Spur nicht abgewichen ist. Verschiedene stilistische Wege von The Beauty of Gemina kreuzen sich hier und vereinen sich zu einem gemeinsamen, klanglich homogenen Pfad, der weiter in Richtung Horizont führt. «Das Lied ist eine Art Zwischenstopp nach zehn Jahren TBOG», erklärt der Sänger. «Crossroads» stammt ursprünglich aus der Feder von Saylor White, 1991 wurde der Song von Calvin Russell erstmals veröffentlicht. Inzwischen sind beide verstorben, aber die bisher gute Resonanz lässt erahnen, dass Michael Sele es geschafft hat, dem Werk neues, unverkennbares Leben einzuhauchen. «Wir wollten unseren Fans die Wartezeit verkürzen und ihnen Einblick in das neue Album geben, trotzdem aber nicht allzu viel verraten.»

Besonders freut ihn, dass der Song auch regional – beispielsweise auf Radio Liechtenstein – zu hören ist. «Rückmeldungen auf unsere Arbeit zu bekommen, ist immer etwas Besonderes», sagt er. Passiere das aber «zu Hause», sprich in der Schweiz oder Liechtenstein, erhalte man dadurch eine ganz andere Wertschätzung. «Nur weil wir von hier sind, heisst das nicht, dass uns alle wahrnehmen und wir auch hier durchstarten.» Vor allem in der heutigen Zeit hätten es Musiker viel schwerer als noch vor 20 Jahren. Mit einem Klick sei man sofort überall und könne über etliche Kanäle Musik konsumieren. «Es braucht Geduld, eine grosse Portion Ehrgeiz und natürlich Glück, sich aus der Masse hervorzuheben», weiss der Frontmann von TBOG. Und genau dieser Ehrgeiz hat Michael Sele wohl einige Türen geöffnet. Deshalb ist er heute dort, wo er ist – inmitten der Musikbranche und aus dieser auch nicht mehr wegzudenken. «Ich war noch nie geduldig, aber in vielerlei Hinsicht fokussiert, Ziele zu haben und diese auch hartnäckig zu verfolgen», verrät er. Er sei ein ehrgeiziger Mensch, der nicht schnell aufgebe und lange für etwas kämpfe. «Wenn ich aber hinter etwas überhaupt nicht stehen kann, habe ich auch kein Problem damit, Nein zu sagen.» Von allem, was er tue, müsse er überzeugt sein. «Denn was ich mache, mache ich mit voller Passion», so Michael Sele.

Er befindet sich derzeit auf der Zielgeraden, das Album fertigzustellen. Demnach hat der Sänger, Songschreiber und Multiinstrumentalist die letzten Monate im Studio im Alten Kino in Mels verbracht. Nun aber ist es Zeit, dass die Tour losgeht. «Einerseits freue ich mich auf die vielen Abenteuer, die auf uns warten, andererseits natürlich auf die vielen Menschen, die es kaum erwarten können, Neues von TBOG zu hören», so der Sänger. Insgesamt 13 neue Lieder hat die vierköpfige Band auf ihrer «Minor-Sun European-Tour» als Geschenk zum 10-Jahre-Bestehen im Gepäck. Bis zum Jahresende sind The Beauty of Gemina nicht nur in der Schweiz, sondern unter anderem auch in Österreich, Deutschland, Frankreich, England und Griechenland live zu erleben. Eine ganz besondere Ehre wäre es für den Frontmann, wenn er am 19. November im «X-Tra» in Zürich ganz viele bekannte Gesichter aus der Region begrüssen dürfte. «Es gibt nichts Schöneres, als Anerkennung für das zu erhalten, was man sich hart erarbeitet, aber auch erkämpft hat», sagt Michael Sele. (Bianca Cortese)

24. Jun 2016 / 14:56
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