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    Der Stargeiger David Garrett liebt es, mit seiner Musik die Fans zu begeistern. Für die Zukunft wünscht er sich aber mehr Zeit, um sich auch einmal die Städte, in denen er ­gastiert, anzuschauen, anstatt nur immer in Hotelzimmern zu sein.  (Axel Heimken)

«Talent ersetzt die Arbeit nicht»

Gestern hat der Stargeiger gemeinsam mit dem Sinfonieorchester Liechtenstein auf der grossen Rundbogenbühne auf der Parkgarage Marktplatz in Vaduz das Publikum begeistert. Ein extrovertierter Mensch scheint der grosse Violinen-Meister nicht zu sein, was sich auch im Interview niederschlägt.

Interview: Bettina Stahl-Frick

Herr Garrett, Sie besitzen bestimmt mehrere Geigen. Wer oder was spielt denn die erste Geige in Ihrem Leben?David Garrett: Da gibt es ganz verschiedene Sachen, die sicherlich vor einem Instrument die ers-

te Geige in meinem Leben spielen, wie zum Beispiel Freundschaften, meine Familie, gutes und gesundes Essen und nicht zuletzt auch ein gewisses soziales Engagement. Damit meine ich einfach Dinge, die das Leben bereichern und Lebensqualität geben – und natürlich ganz einfach auch, Zeit für sich zu haben.

Mit vier Jahren hielten Sie ihre erste Violine in den Händen, mit fünf Jahren haben Sie bereits einen Preis im Wettbewerb «Jugend musiziert» gewonnen. Mit zwölf erhielten Sie den ersten Plattenvertrag und im Alter von 13 Jahren standen Sie bereits bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag. Mit dem Erfolg ging’s Schlag auf Schlag. Herr Garrett, überaus talentiert waren und sind Sie ohnehin – waren Sie für den Erfolg einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder sind Sie ein Karrieretyp?
Ich bin jemand, der zielstrebig auf etwas hinarbeitet, das habe ich als Kind durch meine Eltern sicherlich auch lernen müssen. Aber ich glaube, dass Erfolg immer auf Arbeit basiert. Talent ist sicherlich auch da, aber Talent kann die Arbeit nicht ersetzen.

David Garrett – das ist der Name eines Weltstars. Wie fühlt sich das an?
Nicht anders, als wenn ich Ihren Namen aussprechen würde. Ich kann da keine Verbindung herstellen. Der Name sagt ja nichts über die Persönlichkeit und den Charakter eines Menschen aus.

Was macht der Top-Musiker, wenn er gerade mal keine Violine in den Händen hält?
Genau dasselbe was jeder andere Mensch macht. Ich versuche einen einigermassen geregelten Alltag zu haben, mich gut und ausgewogen zu ernähren, auf meine Gesundheit zu achten und Sport zu machen, um einen entsprechenden Ausgleich zu meinem beruflichen Leben zu haben und Energie zu tanken. Natürlich auch zielstrebig immer an den Sachen zu arbeiten, die mir wichtig sind.
«Despasito» heisst einer der meistgespielten diesjährigen Sommerhits. Zwar sind Sie ein König der Klassik, schlagen aber auch immer wieder die Brücke zur Moderne. Daher: Haben Sie «Despasito» auch schon auf der Violine angestimmt?
Nein, bis jetzt habe ich den Song noch nicht auf meiner Geige gespielt. 

Was nicht ist, kann ja noch werden ... Herr Garrett, wo sehen Sie Ihre Zukunft beziehungsweise gibt es ein Ziel, das Sie noch nicht erreicht haben?
Ich würde sehr gerne in Zukunft mehr Zeit haben in den Städten, in denen ich gastiere und auch spiele, um mir diese auch einmal von einer anderen Perspektive aus anzuschauen und nicht immer nur verschiedenste Hotelzimmer oder Konzertsäle zu sehen. 

25. Aug 2017 / 06:00
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