• Prix Kujulie 2018 in Vaduz
    Das KuL-Team mit Mirjam Kaiser, Bettina Stahl-Frick und Nathalie Matt übergeben der Gewinnerin Christiani Wetter (2. v. r.) ihren Preis.  (Daniel Schwendener)

Christiani Wetter siegt

Zum 13. Mal vergibt das KuL in Kooperation mit der Liechtensteinischen Landesbank den Prix-Kujulie, einen mit 1000 Franken dotierten Anerkennungspreis für Künstlerinnen und Künstler, welche die Kulturszene Liechtensteins geprägt haben. Zum ersten Mal durften dieses Jahr auch die Leser mitentscheiden. Zehn Tage lange konnte online mitgevotet werden. Das Publikumsvoting und die Jurystimmen haben entschieden: Der Prix-Kujulie 2018 geht an die talentierte Schauspielerin Christiani Wetter.

Erst mal ist am Telefonhörer nichts mehr zu hören – «Hallo, noch da?» «Ja, ja, klar», stammelt Christiani Wetter. «Ich freue mich nur gerade so sehr, dass es mir fast die Sprache verschlagen hat», sagt die Schauspielerin, als sie über ihren Prix-Kujulie-Sieg benachrichtigt wird. Freuen darf sie sich: Mit 49 Prozent beim Leservoting hatte Christiani Wetter klar die Nase vorn. Hinzu kommt, dass sie bereits im Vorfeld eine der drei Jurystimmen erhalten hatte. Wie Christiani Wetter reagiert hat, als das KuL-Team sie mit dem Preis in ihrem Büro in Vaduz überrascht hat, sehen Sie im Video unter www.kul-magazin.li/vaterlandtv. 

Die Jury setzt sich zusammen aus dem KuL-Team, dem letztjährigen Prix-Kujulie-Gewinner Roger Szedalik und eben der Leserschaft, die zehn Tage lang online abstimmen konnte. Eine weitere Jurystimme erhielt der Schlösslekeller, wodurch das Team auf dem Siegertreppchen den zweiten Platz einnehmen darf. Im Voting erreichte der Schlösslekeller 23 Prozent der Leserstimmen. «Na ja, ein bisschen traurig sind wir schon», heisst es vom Schlösslekeller-Team. Die Freude aber überwiege ganz klar, überhaupt nominiert gewesen zu sein. Und: «Zweiter Gewinner zu sein ist auch schön. Vor allem, wenn man sich zwischen solch zwei tollen Künstlerinnen einreiht.»

«Nominierung ist ein Gewinn»
Für Katrin Hilbe reichte es nur für den dritten Platz, da ihr die Jurystimme fehlte. Denn mit 
28 Prozent der Leserstimmen wäre sie Zweite geworden. Ihrer Freude tut dies aber keinen Abbruch: «Für mich war die Nominierung schon ein Gewinn», schreibt sie in ihrer E-Mail an das KuL-Team. «Im eigenen Land als liechtensteinische Künstlerin mit Aussenposten New York Anerkennung zu finden, das ist einfach schön! Ich gratuliere Christiani sehr herzlich und freue mich auf unsere Zusammenarbeit im Sommer.» 
Darauf freut sich auch Christiani Wetter. «Bis zum Sommer werde ich mehrere Werbedrehbücher beenden und diese als Produzentin für diverse Kunden realisieren, bevor dann im TAK die Proben zum Theaterstück «Identität Europa» beginnen, mit welchem wir nicht nur in Schaan, sondern auch in Luxemburg, Weimar und Prag spielen werden», sagt sie. Allem voran möchte die Schauspielerin aber etwas loswerden: «Ich kann es gar nicht mit Worten beschreiben, wie viel mir dieser Preis bedeutet!» Sie sei überglücklich und dankbar, dass sie aus ihrem Heimatland eine solch grosse kulturelle Anerkennung bekomme. «Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass ich mit meinem Tun einen kleinen Fussabdruck in der liechtensteinischen Kulturwelt hiterlasse.» Dass dies nun nicht nur vom Medienhaus beziehungsweise vom KuL-Team, sondern auch von den Leserinnen und Lesern gewürdigt wurde, freue sie ungemein. «Vor allem auch, weil ich mit so herausragenden Kulturschaffenden wie Katrin Hilbe und dem Schlösslekeller-Team nominiert war, deren Arbeit ich bewundere.»

Süssester Zeitverzögerer
Schon mit 18 Jahren ist Christiani Wetter von Zuhause ausgezogen, getrieben von ihrer Liebe zur Schauspielerei. Von Vaduz hinaus ging es direkt in die grosse weite Welt. Ihre Leidenschaft führte sie schliesslich in 23 Städte wie etwa nach München, Hamburg, Berlin, Köln, Stuttgart, Zürich oder London. In Berlin hat sie die Fachhochschule für Ökonomie und Management besucht, an der Humoldt-Universität, ebenfalls in Berlin, hat sie ausserdem Geschichte und Philosphie studiert. In Rollen geschlüpft ist sie unter anderem an der Berliner Schule für Schauspiel, an der University of the Arts in London und an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Derzeit lebt und arbeitet Christiani Wetter in Wien. Allerdings plant sie, in Liechtenstein eine Produktionsfirma aufzubauen. «Dies geht nur nicht so schnell, wie ich mir dies gedacht habe», sagt Christiani Wetter. «Grund dafür ist der süsseste Zeitverzögerer der Welt: Mein Sohn Nuriel, der mich etwas  verlangsamt und sein Recht auf Mama-Sohn-Zeit einfordert.» Ihre One-Woman-Show als selbstständige Unternehmerin mit den verschiedenen Zweigen aus Schauspiel, Filmproduktion, Autorenschaft für Drehbücher und Konzeptionen sowie ihre Arbeit als Moderatorin würden aber wie gewohnt weiterlaufen. 
Zum ersten Mal hat das KuL-Team bei ihrer Wahl des Siegers die Leserinnen und Leser miteinbezogen. An der grossen Premiere hat sich die dreigliedrige Jury bewährt, entsprechend möchte das KuL auch nächstes Jahr daran festhalten. In der Konsequenz gebührt dann nicht mehr Roger Szedalik, sondern als diesjährige Gewinnerin Christini Wetter eine Stimme. Vergeben wird der nächste Prix-Kujulie im Frühjahr 2020. Im Visier sind alle Künstler, welche dieses Jahr durch Leistung oder Projekte auffallen. So bleibt es also weiterhin spannend, wer nächstes Jahr auf das Prix-Kujulie-Treppchen ganz nach oben steigen darf. Nicht vergessen: Auch Sie als Leser dürfen mitbestimmen, wer diesen ehrenwerten Preis gewinnen soll. Deshalb: Augen auf in der ohnehin schon sehr bunten und vielfältigen Kulturszene Liechtensteins! (bfs)
 

26. Apr 2019 / 07:30
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