• Amik Guerra in Vaduz
    Als neunjähriger Junge packe ihn die Leidenschaft zur Gitarre – mit zwölf lernte er, Tompete zu spielen. Die Musik ist und war für Amik Guerra in jeder Lebenslage ein Wegbegleiter. FOTO & COPYRIGHT: DANIEL SCHWENDENER  (Daniel Schwendener)

«Die Musik ist mein Anker der Hoffnung»

Der Liechtensteiner Profimusiker Amik Guerra wird am 7. Juni eine feurige Mischung präsentieren. Der Name «Afrocaribbean Latin Jazz Project» ist eine klare Ansage, wohin die Reise musikalisch gehen wird.

Amik Guerra hat in verschiedenen Ländern gelebt, hat zahlreiche Städte bereist und viele Menschen und Kulturen kennengelernt. «Für mich gehört die Musik nicht nur zu meinem Beruf, sondern ist auch eine Devise, wie ich mein Leben lebe», erklärt er im Gespräch. Er ist in Kuba geboren und aufgewachsen, hat dann in Italien, der Schweiz und in Liechtenstein gelebt. Bereist habe er bisher fast die ganze Welt. «Deswegen bin ich mit vielen Kulturen in Verbindung gekommen. Die Musik war und ist auch heute noch mein Wegbegleiter– und dies in guten und schlechten Augenblicken und Lebenssituationen.» Die Musik sei immer sein Anker der Hoffnung gewesen. Umso mehr freut er sich auf das bevorstehende Konzert unter dem Namen «Afrocaribbean Latin Jazz Project», das gleichzeitig auch sein erstes Projekt sein wird, bei dem er als Frontmann fungiert. 

Musik im Blut 
Amik Guerra wuchs in einer musikalischen Familie auf. Sein Vater war ein begabter Schlagzeuger und als neunjähriger Junge packte ihn die Leidenschaft zur Gitarre. Nach einem Unfall war es Guerra nicht mehr möglich, weiterzuspielen. «Ich studierte damals Musik und musste mich entscheiden, wie ich weitermachen soll. Ein Dozent glaubte an meine musikalischen Fähigkeiten und bot mir an, das Studium als Trompetenspieler fortzusetzen. Ohne zu zögern, nahm ich das Angebot an», so Guerra. Er hatte zum damaligen Zeitpunkt noch nie eine Trompete in den Händen gehalten. Mit zwölf Jahren erlernte er das für ihn fremde Instrument. Heute ist Amik Guerra ein anerkannter Profimusiker und wird am 7. Juni in der Tangente in Eschen sein erstes Solo-Projekt präsentieren. Dieses hat er gemeinsam mit Musikerkollegen, die gleichzeitig seine Freunde sind, auf die Beine gestellt. «Musik ist etwas, das man mit anderen Menschen teilen muss, die man wirklich liebt», so Guerra. Mit einem dieser Musikkollegen war er acht Monate auf Tour. «Wir haben auf engstem Raum in einem Tour-Bus zusammengelebt. Er stammt ursprünglich aus Venezuela.» Einen anderen von den Musikerkollegen kennt Guerra seit 17 Jahren.
Beim bevorstehenden Konzert sei es das Ziel, dass jeder Musiker seine Herkunft in Musik transformiert und so dem Publikum zeigt, woher seine Wurzeln stammen. Deshalb ist der Name «Afrocaribbean Latin Jazz Project» eine Ansage, wohin die Reise musikalisch gehen wird. «Wir mischen Musik aus Brasilien mit Sound aus Venezuela, Kuba und Afrika.» Renommierte kubanische Songs werden mit neuen Harmonien ausgestattet und neu arrangiert. Zu hören gibt es Jazzstandards in afro-karibischen Farben 
und Nuancen. Mit fesselnden Rhythmen, reichhaltigen Harmonien und ansteckenden Melodien soll die Seele der Besucher berührt werden. 

Hohe Erwartungen
Guerra freut sich sehr darüber, dass die «Afrocaribbean Latin Jazz Project»-Formation in Liechtenstein einen Auftritt erhält. «In den 13 Jahren, in denen ich hier lebe, ist es das erste Mal, dass ich mit einem eigenen Projekt auf der Bühne stehen werde. Ich bin glücklich, aufgeregt und gleichzeitig nervös.» Er habe grosse Erwartungen an dieses Konzert. «Ich kann mir vorstellen, dass die Zuhörer, die den Auftritt miterleben werden, mich und meine Arbeit kennen und ebenfalls hohe Erwartungen haben.» Es könne gut sein, dass er die Gelegenheit auf der Bühne nutzen wird, um einige brandneue Lieder von seinem bevorstehenden Album zu präsentieren. «Wir werden sehen», meint er mit einem Lächeln. Sein neues Album sei für kommendes Frühjahr geplant. 

Lebenseinstellung und Lebensart
Ein erstes Feedback zum «Afrocaribbean Latin Jazz Project» erhielt Guerra von Tangente-Chef Karl Gassner. «Ich schlug ihm vor, die Formation an den Liechtensteiner Jazz-Tagen zu präsentieren. Es standen jedoch eher Personen aus dem Land im Fokus und deswegen schlug er mir vor, das Konzert an einem anderen Abend zu geben.» Er sei jedoch schon von Beginn an Feuer und Flamme für das aussergewöhnliche Projekt gewesen.
Obwohl Guerra schon viel von der Welt gesehen hat, gibt es einige Länder und Orte, die er gerne noch besuchen würde. «Australien, Neuseeland oder Indien gehören dazu. Nicht nur kulturell sind in diesen Ecken der Welt Unterschiede spürbar, sondern auch musikalisch.» Die Musik sei für ihn eine Lebenseinstellung und Lebensart.  (nb)

30. Mai 2019 / 20:30
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