• Ute Jastrzab heisst die Märchenfee, welche die Kinder im Märlezögle mit Geschichten verzaubert.

Eine Märchenfee, die Zeit schenkt

Mit «Es war einmal ...» beginnen meist die Märchengeschichten – und mit dem Märlezögle beginnt auch wieder eine Adventszeit, die besonders bei Kindern die Vorfreude wachsen lässt. Nicht fehlen darf: die Märchenfee.

Was wäre schon ein Märlezögle ohne Märchenfee? Richtig: wie Frau Holle ohne Goldmarie. Rotkäppchen ohne die Grossmutter. Oder Hänsel ohne Gretel. Ute Jastrzab heisst die Märchenfee, die das Märlezögle durch Vaduz zu dem macht, was es ist: Ein Streifzug durch zauberhafte Geschichten, die einerseits nicht besser auf Weihnachten einstimmen könnten, und die andererseits die Vorfreude der Kinder auf Weihnachten schier ins Unermessliche steigern. Und was ist angeblich die schönste Freude? Keine Frage: Die Vorfreude. 

Auch Ute Jastrzab ist voller Vorfreude – auf die Kinder, die ihrer Stimme als Märchenfee an den Adventssonntagen lauschen werden. Jeweils von 13 bis 17 Uhr schlüpft die toughe Frau aus der Finanzbranche in die Rolle einer reizenden Märchenfee, die die Welt zumindest für ein paar Minuten verzaubert. 

Eine Märchenfee, die berührt
Zwischen dem Eisplatz in Vaduz und der Drogerie Meier startet das Märlezögle jeweils. Die Route führt die Märchenfee gemeinsam mit den Kindern und deren Eltern die Lettstrasse hoch, am Rheinpark Stadtion vorbei dem Binnendamm entlang, über die Kirchstrasse wieder in Richtung Regierungsgebäude und durchs Städtle zurück zum Eisplatz. «Faszinierend ist auch für mich, wie sich die Umgebung auf dieser Strecke in die Märchen einbinden und die Geschichten gar lebendig werden», sagt Ute Jastrzab. So hat es auf der Route zum Beispiel Ziegen, welche das Märchen «Die sieben Geisslein» zu etwas ganz Besonderem machen. Oder dunkle Tannen, welche Rotkäppchens Ausflug in den Wald bildlich näherbringen. Oder streunende Katzen, welche die Bremer Stadtmusikanten so richtig erlebbar machen. Dazu kommt Ute Jastrzabs warme Stimme, die es vermag, die Herzen der Kinder zu berühren. Ihre grossen blauen Augen, in denen sich die leidenschaftlich erzählten Märchen spiegeln. Ihre blonden Haare, die sie zu einem wilden Dutt hochsteckt und somit der Fee ihren Anmut verleiht. 

Weihnachten im Plattenbau
Als Berlinerin lässt Ute Jastrzab durch ihre deutsche Aussprache für Kinder quasi das Fernsehen durch die Türe komme, direkt hinein in das Vaduzer Märle­zögle. Denn nicht selten hört die Märchenfee von den Kindern, dass sie «wie die Frau im Fernsehen» klingt. Diese Frau aus dem Fernsehen weckt auch bei Ute Jastrzab selbst Erinnerungen: «Ich bin mit Sonntagsmärchen aus dem Fernsehen aufgewachsen.» Aufgewachsen in Ostberlin, gehörte im DDR-Fernsehen die Märchenstunde zu einem fixen Programmpunkt am Sonntag. In einem für Berlin typischen Plattenbau ist Ute Jastrzab gross geworden. «Ich weiss noch ganz genau, wie ich in der Weihnachtszeit in unserer Wohnung am Fenster stand und immer und immer wieder die farbenfrohen Papierbögen und festlich leuchtenden Lichterketten bestaunte.» Genauso ein unvergessliches Wow-Erlebnis möchte Ute Jastrzab, die mittlerweile seit 20 Jahren in Liechtenstein lebt und sich hierzulande auch einbürgern lassen hat, den Kindern im Märlezögle schenken. Und nicht nur das: Auch die Zeit, welche ihr die Kinder mit leuchtenden Augen verdanken. 

Die Kinder im Fokus
Ute Jastrzab ist diesen Winter zum vierten Mal die Märchenfee. Sie hat die zauberhafte Aufgabe von ihrer Quasi-Schwiegermutter, also von der Mutter ihres Lebenspartners übernommen: Jnes Rampone-Wanger. Als diese einst verhindert war, ist Ute Jastrzab für sie eingesprungen. Dass dies gleich der Auftakt für die Nachfolge war, wusste sie damals noch nicht. Nachdem sie es einen Winter lang mit der Unterstützung von weiteren Feen machte, fragte sie Daniel Real vor vier Jahren an, die Aufgabe der Märchenfee alleine zu übernehmen. «Natürlich hat mich diese Anfrage stolz gemacht. Es war die Bestätigung, es im Jahr zuvor richtig gemacht zu haben.» Und sie war erfreut, den Kindern dieses Geschenk machen zu dürfen. «Denn es geht letztendlich nicht nur um die Märchen, sondern auch darum, den Kindern diese Zeit zu schenken.»

«Es war einmal …»
Am 8. Dezember ist es dieses Jahr wieder so weit: Ute Jastrzab schlüpft dann in ihren weissen Wollrock, mit Spitze überzogen. Auch darf der lange weisse Mantel nicht fehlen, der sie zur Fee macht. Die Haare steckt sie hoch, ein weisses, wolliges Stirnband schützt die Ohren der Fee vor Kälte. Mit Glitzer im Gesicht wird sie in die gespannten Kinderaugen blicken und sie entzücken, wenn die zauberhafte Märlezögle-Fahrt mit den Worten «Es war einmal …» beginnt. (bfs)
 

01. Dez 2018 / 07:00
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