• Tanztheater Projekt in Vaduz
    Die Schüler des Freiwilligen 10. Schuljahres tanzen, singen, nehmen alte Schriften unter die Lupe – und freuen sich auf die Premiere am 13. April.  (Daniel Schwendener)

Eine zauberhafte Zeitreise

Alles kann sich verändern – in nur einer Sekunde. So unvorstellbar dies auch erscheinen mag. Unvorstellbar ist auch, wie die Menschen im Jahr 3027 leben. Unter der Regie von Jacqueline Beck und Katja Langenbahn versuchen Schüler des 10. Schuljahres, sich davon ein Bild zu machen.

Wir stellen uns vor: Es ist das Jahr 3027, das Leben spielt sich in einer Raumsonde ab – die Erde gibt es nicht mehr. Es kommt Wehmut auf: Wie war das Leben denn früher auf dem blauen Planeten? 48 Schülerinnen und Schüler des Freiwilligen 10. Schuljahres in Vaduz laden zu einer Zeitreise ein, die bunter, kreativer und skurriler nicht sein könnte. Unter dem Motto «Where the magic happens» nehmen sie die Besucher mit in ein Abenteuer, das so bestimmt noch niemand erlebt hat. Der Ausflug führt dorthin, wo eben die Magie geschieht …

An Motivation fehlt es nicht
Dort, wo sie normalerweise die Schulbank drücken, üben die Schüler am Giessenweg in Vaduz ihre Texte, lernen Choreografien und arbeiten an der Kulisse. Choreografin Jacqueline Beck hat sich mit einer Gruppe von Schülerinnen in die Turnhalle zurückgezogen. Mit ihnen arbeitet sie an einem Tanz, der die Besucher von der ersten Sekunde an in den Bann ziehen soll. «Nehmt die Anfangspose ein!», fordert sie die Schülergruppe auf. Vor den Fenstern tun dies die Schülerinnen dann auch sogleich – sie verharren in der Pose, bis auch das letzte Foto geschossen ist. Der Anblick sieht vielversprechend aus. Die ganze Choreo muss erst aber noch richtig eingeübt werden. Was sie mit ihren Bewegungen erzählen wollen, wissen die Schülerinnen aber schon genau, denn erste Vorgespräche dazu haben mit der Choreografin bereits stattgefunden. Sie möchten eine Situation von Hunger, Krieg und Not zeichnen. Dabei legt Jacqueline Beck grossen Wert auf Ausdruck – vor ihr und den Mädchen liegt noch ein Stückchen Arbeit. Arbeit, die sie gerne zusammen anpacken, an Motivation fehlt es bei keiner von ihnen. 
Die Treppe hinunter hat sich in einem Schulzimmer eine weitere Schülergruppe versammelt. Sie nehmen alte Schriften unter die Lupe, angefangen von der Höhlenmalerei über ägyptische Schrift­zeichen bis hin zu modernen Schriftarten. Nach und nach arbeiten sie die Geschichte auf und stellen die Fakten so zusammen, dass sie für die Besucher auf ihrer Reise leicht zugänglich sind. 
Vor der Türe sind drei Schüler im Gang damit beschäftigt, an der Wand Kreidetafeln anzubringen. Darauf wollen sie schliesslich verschiedene Sprüche schreiben und damit die Besucher unterhalten, amüsieren und zum Nachdenken anregen. 

Mit dem Reiseleiter unterwegs
Insgesamt werden die Schüler auf dieser Abenteuerreise sieben Schulzimmer, inklusive Aula und Turnhalle, bespielen. Jeweils ein Reiseleiter wird die Besucher in Gruppen von Raum zu Raum führen. Nur wenige Minuten haben sie die Möglichkeit, den Schülern auf ihrer Reise zuzusehen. Sei dies in einem Schauraum, in dem es um Glanz & Glamour geht. Und um Quizmaster mit Föhnfrisuren, wie man sie aus den 70er-Jahren gekannt hat. Auch ein Fernsehballett wird nicht fehlen. 
Die Besucher werden den Schülern ausserdem in einem Theaterraum begegnen, wo die Gäste einen Ausschnitt aus dem Theaterstück von Samuel Beckett «Warten auf Godot» zu sehen bekommen. Auch einen Museumsraum wird es geben mit Kassettenrekordern und alten Kochlöffeln aus Holz. Schliesslich endet die Reise in einem Nachtclub, in dem Tanz und Gesang ganz bestimmt nicht zu kurz kommen. 

Einen Traum erfüllt
«Diese Reise in die Vergangenheit wird keiner der Besucher so schnell wieder vergessen», ist Schauspielerin Katja Langenbahn überzeugt, die gemeinsam mit Jacqueline Beck das Projekt mit den Schülern umsetzt, mit ihnen fleissig übt und wann immer möglich mit ihnen probt. Katja Langenbahn wie auch Jacqueline Beck geht es nicht darum, mit den Schülern so schnell wie möglich einen Tanz oder ein Theaterstück bloss einzustudieren. «Die Jugendlichen sollen sich mit den verschiedensten Themen auseinandersetzen», sagt Katja Langenbahn. «Wie war es beispielsweise, als es noch kein Handy gab?», gibt Jacqueline Beck einen Denkanstoss. Ist die Welt heute digital überfordert? Können Menschen überhaupt noch warten, ohne sich mit irgendetwas zu beschäftigen? Welche Werte gelten denn heute überhaupt noch und inwiefern haben sich die Moralvorstellungen verändert? Und was für Weltanschauungen sind im Jahr 3027 aktuell? 
Gaudenz Ambühl, Lehrer im 10. Schuljahr, grinst – so genau wolle er das gar nicht wissen, sagt er. Er war es, der mit dieser Projektidee zum Lehrerteam gelangte – und es schliesslich überzeugte. Dies war vor zwei Jahren, als er «Where the magic happens» ins Rollen gebracht hat. Zunächst holte er Jacqueline Beck ins Boot, dann Katja Langenbahn. «Es ist unglaublich schön, mitanzusehen, wie die beiden die Schüler für das Projekt motivieren», sagt Gaudenz Ambühl. «Nichts ist ein Muss, beide lassen den Schülern ihre Freiheit, selbst zu entscheiden, was sie spielen möchten und was eben nicht.» Was den Lehrer ausserdem freut: «Es kommen dabei ganz neue Talente zum Vorschein – einfach toll!» Mit dem Projekt hat sich Gaudenz Ambühl «einen Traum erfüllt», wie er sagt. «Es sind eben gerade solche Projekte, die den Horizont der jungen Menschen erweitern.» (bfs)

Am Samstag, 13. April, ist Premiere. Bis dahin werden die drei Schulklassen weder Arbeit noch Mühe scheuen, eine unvergessliche Reise zusammenzustellen. Eine Reise dorthin, wo die Magie geschieht. 


Aufführungen: 
Premiere: 13. April, 17 Uhr. 14. April, 14 und 17 Uhr, 15. April, 10 und 14 Uhr, 16. April, 10 Uhr.
 

28. Mär 2019 / 17:32
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