• La Traviata in Buchs
    Anna Gschwend als Dienerin Annina neben Adam Sanchez bei den Werdenberger Schlossfestspielen.  (Daniel Schwendener)

«Es reizt mich sehr, bei der Operettenbühne zu singen»

Die Buchser Sängerin Anna Gschwend ist kommendes Jahr zum ersten Mal bei der Operettenbühne Vaduz als Solistin dabei. Dem «KuL» erzählt sie von ihrer Laufbahn sowie ihrer Rolle der Laura in «Der Bettelstudent».

In einer musikalischen Familie aufgewachsen, begann Anna Gschwend schon mit drei Jahren, Geige zu spielen. Ebenfalls früh sang sie im Kinder- und Jugendchor und wurde mit 14 Jahren Mitglied des Werdenberger Festspielchors. Dabei kam sie mit der Oper und szenischer Bühnenarbeit in Berührung. Während ihrer Kanti-Zeit nahm sie erstmals Gesangsunterricht. «Zu dieser Zeit begann ich, mich verstärkt für Sologesang zu interessieren», erzählt Anna Gschwend. 
2010, mit 20 Jahren, erhielt sie bei den Werdenberger Schlossfestspielen ihre erste Solorolle und interpretierte die Barbarina in «Figaros Hochzeit». Zur gleichen Zeit bestand sie die Aufnahmeprüfung für die Zürcher Hochschule der Künste und begann ihre klassische Gesangsausbildung. Direkt an den Bachelor schloss Gschwend einen Doppelmaster mit Bratsche und klassischem Gesang an, den sie wiederum mit Auszeichnung abschloss. Danach war sie ein Jahr freischaffend tätig, bevor sie ein Masterstudium an der Guildhall School of Music & Drama in London in Angriff nahm. Diesen «Master in Music» schloss sie 2017 ab. Seither ist sie in ganz Europa freischaffend tätig. 

Mit Ensemble unterwegs
In den letzten zwei Jahren interpretierte Anna Gschwend unter anderem die Rolle der Zaide in der gleichnamigen Oper von Mozart, Pamina in «Die Zauberflöte» von W. A. Mozart, Grilletta in Haydns «Lo Speziale», Don Ettore in «La Canterina» von J. Haydn sowie die Rolle der Silvia in Haydns «L’isola Disabitata» mit dem bekannten Instrumentalensemble «La Petite Bande» in Belgien. «Bei einem Meisterkurs in Italien bin ich auf den Leiter S. Kuijeken dieses belgischen Ensembles gestossen und begleite sie seither regelmässig», erzählt die 28-Jährige. Mit der «kleinen Bande» hat sie mittlerweile schon zwei CDs aufgenommen und ging mit ihnen als Solistin auf Japantournee. «Dieses Jahr singen wir das Weihnachtsoratorium im Concertgebouw in Amsterdam, nächstes Jahr Bachs Matthäuspassion am selbigen Ort», freut sich die Sängerin. 

Dienerin Annina in «La Traviata»
In der Region glänzte Anna Gschwend diesen Sommer zuletzt als Dienerin Annina in «La Traviata» bei der ersten Austragung der Werdenberger Schlossfestspiele am neuen Standort am See. Dies war nicht das erste Mal, dass sie mit dem Wahlliechtensteiner William Maxfield als musikalischem Leiter zusammengearbeitet hat. «Es war eine sehr angenehme Zusammenarbeit», so Gschwend. Und schon Anfang kommenden Jahres steht mit ihrer Hauptrolle bei der Operettenbühne Vaduz das nächste gemeinsame Projekt an.

Was ist das eigene Selbst?
Im Januar 2019 wird die Sängerin erstmals bei der Operettenbühne Vaduz zu hören sein. «Ich habe noch nie dort gesungen, deshalb reizt es mich sehr», so Gschwend. In der Vaduzer Inszenierung von «Der Bettelstudent» schlüpft die Buchserin in die Rolle der Laura. Wie ihre Schwester und Mutter hat auch sie nicht viel Geld, sie wollen es aber nicht zeigen. Sie möchten nicht zur Unterschicht gehören, sondern etwas Besseres sein. Laura verliebt sich in einen, der sich als reicher Mann ausgibt. Doch wie es das Schicksal will, kommt heraus, dass er gar nicht reich ist. «Das Spannende hierbei ist, dass sie auf ihre wahren Gefühle vertraut und nicht mit ihrem Verstand entscheidet. Es kommt ja schliesslich sowieso anders, aber das verrate ich natürlich nicht», erklärt Gschwend. Als besondere Herausforderung sieht die Interpretin das Kennenlernen und Herausspüren der wahren Persönlichkeit von Laura, ohne Verformungen durch die Erziehung ihrer Mutter. «Die Zuschauer verfolgen dich auf der Bühne. Sie wollen die Ganzheit und das Facettenreichtum von Lauras Persönlichkeit sehen», ist sich Anna Gschwend bewusst und ergänzt: «Man muss die Rolle leben, damit sie authentisch und transparent wird».
Auch gesanglich bringt die Rolle einige Herausforderungen mit sich. Laura ist oft auf der Bühne präsent und singt immer die oberste Stimme. «Die hohe Lage beinhaltet viele hohe, lange Töne, was viel Kondition braucht», sagt Anna Gschwend. Doch wer die junge Frau kennt, weiss, dass sie auch diese Herausforderung meistern wird. (mk)

«Der Bettelstudent» unter der Regie von Astrid Keller und der musikalischen Leitung von William Maxfield feiert am 25. Januar 2019 im Vaduzer Saal Premiere.
 

01. Dez 2018 / 07:00
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