• Schaufensternacht in der Poolbar in Feldkirch
    Karin Ospelt bei ihrem Auftritt mit AEIOU beim diesjährigen Poolbar-Festival.  (Foto und copyright Rudi Schachenhofer Bendern)

«Ich war schon früher AEIOU-Fan»

Die Band AEIOU rund um Züri-West-Keyboarder Oli Kuster und neu auch um die Eschner Sängerin Karin Ospelt brachte vor Kurzem ihr neues Album heraus. Wie sie ihren Bandkollegen kennenlernte und wie ihre Songs entstanden sind, erzählt Karin Ospelt bei einem Treffen.

AEIOU ist die Band von «Züri West»-Keyboarder Oli Kuster, die er 2012 gemeinsam mit ­M4music-Award-Winner Djemeia (2011), Jibcae und Schlagzeuger Kevin Chesham («Domi Chansorn») gründete. Die Synthie-Pop-Band veröffentlichte ein Album, spielte ein paar Konzerte und geriet danach schnell wieder in Vergessenheit. Oliver Kuster, die treibende Kraft hinter der Band, wollte so schnell nicht aufgeben und suchte im Internet nach geeigneten Stimmen. Dabei stiess er ausgerechnet auf die Eschner Sängerin Karin Ospelt. «Plötzlich hatte ich eine Combox-Nachricht von einem Oliver Kuster auf meinem Handy», erzählt Karin Ospelt. Da ihr der Name von irgendwoher bekannt vorkam, googelte sie ihn und merkte, «dass er in allen Bands mitspielte, die ich damals spannend fand.» Überrascht rief sie ihn an und es kam zu einem ersten Treffen. «Wir haben schnell gemerkt, dass es musikalisch gut funktioniert zwischen uns», so Ospelt. «Oli ist sehr auf dem Boden geblieben und wir begegnen uns total auf Augenhöhe», meint die Musikerin begeistert. Er habe ein unglaubliches Wissen über Musik und spiele unzählige Instrumente. 

Songs in Berlin entstanden
«Ich war schon früher AEIOU-Fan und bin mehrmals für Konzerte nach Bern gefahren», erzählt die 30-Jährige. «Damals wusste ich noch nicht, dass ich bald selber mit der Band auf der Bühne stehen werde». Es mache ihr unheimlich viel Spass, gemeinsam mit Oli Kuster Songs zu schreiben. Einer dieser neuen Songs ist letztes Jahr während Karin Ospelts Atelieraufenthalt in Berlin entstanden. Nachdem ihr Oliver ein paar Akkorde per E-Mail schickte, stand Karin Ospelt während des Blutmond-Phänomens auf dem Balkon ihres Ateliers und begann zu schreiben. «Es war wie im Film, sodass ich den Songtext zu Moon in Blood noch in dieser Nacht niederschrieb.» Diesen Song hätten sie später zusammen im Berlin Atelier aufgenommen. Während der Keyboarder meist die Harmonien vorgibt, schreibt Karin Ospelt die Texte und Melodien. Danach wird alles zusammengefügt, wodurch sich die Songs teils wieder neu formen. Welchen starken Einfluss das Mixen auf das Endresultat eines Liedes haben kann, erlebte Ospelt bei ihrem Besuch im Samplehof Berlin, einem bekannten Studio im historischen Tempelhof. 

Jazzer- wie auch Pop-Herzen
Alle drei Bandmitglieder waren bisher eher im Jazz zu Hause. «Alle haben ein Jazzer-Herz, aber auch ein gleichwertiges Pop-Herz», so Ospelt, die eine eigene Jazzformation hat. Dies bedeute, dass sie beides gleich beherrschen. Oftmals höre man, wenn Jazzer Pop machten. «Bei uns jedoch nicht», grinst die sympathische Sängerin. Pop habe viel mehr Inhalt, als man im ersten Moment denke. Zuerst hätte sie etwas Bammel gehabt, ob ihre neue Musikrichtung bei den Jazzfans als zu plump oder zu gut gelaunt wahrgenommen werde. «Doch wir haben erstaunlich gutes Feedback auch von der Jazzszene erhalten.» Denn AEIOU macht durchaus nicht nur Gute-Laune-Pop. «Wir decken das ganze Spektrum von Empfindungen im Alltag ab», so die Sängerin. So finden sich im Bandrepertoire verträumte Songs wie «Rosemary» gleichermassen wie gesellschaftskritische Lieder wie «Silicon». Während Rosemary von einer Frau handelt, die in 
einem Elfenbeinturm wohnt und vor sich hinträumt, prangert «Silicon» die Abhängigkeit von technischen Geräten an. 

In Rotation auf SRF 3
Mittlerweile hatte die Band in der neuen Besetzung schon einige Auftritte absolviert. In der Turnhalle in Bern spielte sie ihren bisher grössten Auftritt vor 500 Besuchern und durfte auch schon ein Lied beim Online-Format «Balcony TV» in Zürich vorstellen. Bisher schafften es schon mehrere Songs von AEIOU in die Rotation von Radio SRF 3 und Radio Virus. Auch in kleineren Radiostationen wie Radio Sunshine oder Radio Inside werden Songs des Trios gespielt. «Auf Radio L liefen wir bisher nur einmal», erklärt Ospelt auf Nachfrage. Vor Kurzem brachte AEIOU in der neuen Besetzung ihr erstes Album mit dem Titel «Loving Cup» heraus. Passend zum Albumtitel, der so viel bedeutet wie Pokal oder Trophäe, ist die CD in ein goldenes Polster verpackt. «CDs haben heute fast keinen Wert mehr. Darauf wollen wir mit der goldenen Verpackung und dem billig wirkenden Aufkleber hinweisen.» Alles andere als billig ist der Inhalt der CD, der mit einer packenden Mischung aus rockigem Synthie-Pop und träumerischen Balladen überzeugt. (mk)

Karin Ospelt ist demnächst gemeinsam mit Roger Szedalik bei der «Langen Nacht der 
Museen» im Kunstmuseum in Vaduz live zu erleben. 

27. Sep 2019 / 13:44
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