• 18 Jahre lang hatte Katja Langenbahn mit Grimm&Co Erfolg – nun schlägt sie das Buch mit der beliebten Märchenserie zu.  (WIEGLAS.de)

Katja Langenbahn beendet ihre Märchenserie

Nach 18 Jahren beendet Schauspielerin Katja Langenbahn die beliebte Märchenserie «Grimm&Co». Für sie sei es nun Zeit, weiterzuwandern, wie sie sagt. Sie verabschiedet sich mit dem «Froschkönig» im März.

Wenn die Schauspielerin Katja Langenbahn von Volljährigkeit spricht und vom «Adieu sagen», spricht sie etwa nicht von ihren Söhnen, die ohnehin schon ­älter als 18 Jahre sind. Im weiteren Sinn spricht sie allerdings schon von ihrem «Kind»: von «Grimm&Co». 18 Jahre ist es nun her, als sie mit dieser Erzähltheater-Reihe startete. Dass sie damit in die Geschichte des liechtensteinischen Theaters eingehen würde, wusste Katja Langenbahn damals noch nicht. Heute macht sie es stolz, mit Grimm&Co 18 Jahre lang durchgehend Eigenproduktionen auf die TAK-Bühne gebracht zu haben. «Nun ist es Zeit, dieses Kapitel zu beenden», sagt Schauspielerin Katja Langenbahn. 

Streifzug durch die Märchen 
In jede Produktion hat Katja Langenbahn ihr Herzblut gesteckt und so erinnert sie sich auch gerne an all die Aufführungen zurück. Das Rumpelstilzchen, der Prinz auf der Erbse, Hans im Glück, das tapfere Schneiderlein, Dornröschen – sie alle reihen sich in Langenbahns Märchenserie ein. Viele waren Grimm-Märchen, mit «Der Tannenbaum», «Zwerg Nase» und «Die Schneekönigin» führte Katja Langenbahn auch Märchen von Wilhelm Hauff auf. Ein Highlight darf dabei nicht vergessen werden: «Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern», eines der bekanntesten Kunstmärchen von Hans Christian Andersen. So lag dann auch der Na­me von Katja Langenbahns Märchenreihe auf der Hand: «Grimm&Co».  

Mit «Laterne Magique» fing es an
Wenn Katja Langenbahn von all diesen Märchen spricht, sind es unzählige Erinnerungen, die in ihren Gedanken erwachen. Insbesondere denkt sie gerne an die Spielzeit im Takino zurück, wo alles begann. «Laterne Magique» – zu deutsch Zauberlaterne – hiess das Angebot, mit welchem den Kindern Filme näher gebracht wurden. Mit einem kleinen Schauspiel führte Katja Langenbahn jeweils in das Thema des Films ein. Eine Idee, die ein Volltreffer war und bei den Kindern auf grosse Beliebtheit stiess. Für Katja Langenbahn folgte die Anfrage vom TAK ein eigenes Erzähltheater, losgelöst von der Zauberlaterne, auf die Beine zu stellen. Wer die Schauspielerin kennt, weiss: Nägel mit Köpfen zu machen, ist eine ihrer Spezialitäten, wenn sie von einer Idee überzeugt ist. Und sie war es. So startete sie vor 18 Jahren mit dem Märchen «Aschenputtel» im TAK-Foyer. «Über 100 Besucher sind gekommen», erinnert sich die Schauspielerin – «das Foyer war gestossen voll und ich mittendrin als Aschenputtel.» Die Erzählstube war somit geboren. 

Mit vier Regisseuren gearbeitet
Im Rahmen von «Grimm&Co» hat Katja Langenbahn mit vier Regisseuren zusammengearbeitet. Begonnen hat die Schauspielerin mit Jutta Hoop, später arbeitete sie mit Mathias Ospelt zusammen. Dann übernahm Thomas Beck die Regie und zuletzt arbeitete Katja Langenbahn mit Jacqueline Beck zusammen. «Sie war es, die Grimm&Co nochmals auf eine ganz andere Ebene gehoben hat», sagt Katja Langenbahn. Jacqueline Beck sei es gelungen, die Märchen jeweils noch zauberhafter zu gestalten. «Ich konnte mit ihr gedanklich herumspinnen und sie liess Platz für meine eigenen Ideen.» Die Regisseurin liess die Märchenfiguren tanzen, singen und brachte verschiedene Installationen auf die Bühne. Apropos Tanz: Bei der Produktion von «Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern» wirkte mit Erja Ziegler eine Tänzerin mit. Das Beste: Bereits ihre Mutter hatte sich die Grimm&Co-Produktionen angeschaut, wie Katja Langenbahn erzählt. «Als ich dies erfahren habe, hatte ich eine riesengrosse Freude», so die Schauspielerin. «Wie schön ist es doch, wenn es einem gelingt, über mehrere Generationen zu begeistern!»

Der Traum vom Märchenfestival
Ihr Erfolg spricht also für sich. Ebenso wie von der anfänglichen Idee von Grimm&Co ist Katja Langenbahn nun auch überzeugt, dass sie «weiterwandern» möchte, wie sie sagt. Das TAK habe ihre Entscheidung zur Kenntnis genommen, eine offizielle Verabschiedung von der Grimm&Co-Mutter werde es nach ihrem Informationsstand nicht geben. Was, wenn dem so sein sollte, angesichts der Dauer und der Beliebtheit dieser TAK-Reihe etwas verwundert. 
Was es von Katja Langenbahn aber bestimmt geben wird: Neue Projekte. Konkretes möchte die Schauspielerin noch nicht verraten. Nur so viel: Unter anderem träumt sie von einem Märchenfestival. Sie könnte sich vor­stellen, mit einer Gemeinde zusammenzuarbeiten und mit liechtensteinischen Künstlerinnen und Künstlern ein Festival auf die Beine zu stellen, das Gross und Klein verzaubert. Dabei dürften dann auch verwunschene Leckereien wie beispielsweise Lebkuchen nicht fehlen. Wenn es um märchenhafte Fantasie geht, kennt die Schauspielerin in ihren Gedanken keine Grenzen. Und das ist auch gut so, denn Katja Langenbahn ist ein Garant für ungewöhnliche, grandiose Projekte. Zum letzten Mal steht sie im März mit Grimm&Co als Froschkönig auf der TAK-Bühne, und zwar gemeinsam mit ihrem Sohn Zeno, was sie besonders stolz macht. «Einen schöneren Abschied gibt es wohl kaum», sagt Katja Langenbahn. Auch wenn sie die Grimm&Co-Reihe nun beendet – Katja Langenbahn ist und bleibt eine «Märchentante». «Denn Märchen sind weitaus mehr als nur gut oder böse.» Sie entführen in eine Welt, in der sich die Schauspielerin wohlfühlt. Eine Welt, die Katja Langenbahn auch immer wieder auf irgendeine Art auf die Bühne bringt – man darf gespannt sein auf das neue Kapitel, das Katja Langenbahn aufschlagen wird. (bfs)

28. Nov 2019 / 15:47
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