• Preisträgerin Elsbeth Maag zusammen mit Laudator Adrian Scherrer.  (Corinne Hanselmann)

«Mundart schreiben ist schwierig»

Anfang Mai erhielt die Buchser Lyrikerin Elsbeth Maag den mit 15 000 Franken dotierten Anerkennungspreis der St. Galler Kulturstiftung. Sie wurde für ihr «energiegeladenes, lustvolles und stetes künstlerisches und kulturelles Wirken» ausgezeichnet, wie es in der Laudatio hiess.

Von Mirjam Kaiser

Anfang Mai haben Sie im Krempel in Buchs einen St. Galler Kulturpreis erhalten. Wie haben Sie davon erfahren?
Elsbeth Maag: Schriftlich. Anfang Oktober habe ich einen Brief von der St. Gallischen Kulturstiftung erhalten. Darin wurde mir mitgeteilt, der Stiftungsrat habe beschlossen, mir für das künstlerische Schaffen als Lyrikerin einen Anerkennungspreis zu verleihen. Mich hat’s fast umgehauen. Ich musste mein Glück aber ein halbes Jahr lang geheim halten. Erst als die Medien durch die Kulturstiftung die Namen der drei Preisgewinner erfahren hatten und sofort publizierten, durfte auch ich die frohe Botschaft weitergeben.

Was bedeutet Ihnen dieser Preis?
Einen Preis zu gewinnen, ist immer schön. Dass diese wertvolle Auszeichnung nun auch der Gattung Lyrik zugesprochen wird, freut mich besonders. Die Lyrik ist ja eher ein Stiefkind der Literatur. Und jetzt diese Würdigung – das freut mich schon sehr.

Sie arbeiten mit Musiker, Malern, Theatern, Fotografen, Köchen und Architekten zusammen. Welches ist Ihrer Meinung nach die spannendste Mischung? Und warum?
Es kommt immer auf das Projekt an, nicht auf den Künstlerberuf. Und auf die Person, die dahintersteht. Es muss irgendwo einen gemeinsamen Nenner geben. Sonst funktioniert es wohl nicht zufriedenstellend.

Sie schreiben sowohl Hochdeutsch als auch Dialekt. Was fasziniert Sie an der Mundart im Gegensatz zum Hochdeutschen?
Ich schreibe vor allem in der hochdeutschen Sprache. Ich mag sie im Schriftlichen. Ich kann mich kurz und prägnant ausdrücken. Mundart schreiben ist schwierig, auch das Lesen von Mundart. Dennoch glaube ich, dass sie viele Menschen berührt. Vielleicht, weil sie direkter (inniger?) ist. Hochsprache und Dialekt – es sind zwei verschiedene Ausdrucksweisen. Es gibt von Maag keinen einzigen Mundartgedichtband. Am liebsten lese ich meine Mundarttexte gleich selber (vor). Laut. Dann stimmt das «Mündliche». Oder lasse sie von einem Chor singen, wie im «Novembrig».

Sie waren jahrelang Mitorganisatorin des Kultursommers Buchs und 
organisierten Lesungen, Konzerte und Ausstellungen. Hat sich dieses Engagement bezahlt gemacht?

Vor allem hoffe und glaube ich, dass es kulturell der Stadt Buchs genützt hat. Es waren interessante Jahre für die Dreiergruppe, die Macher. Persönlich habe ich viele wunderbare Menschen kennengelernt, aus mancher Begegnung ist Freundschaft geworden.

Nun erhalten Sie den mit 15 000 Franken dotierten Kulturpreis. Wird aus dem Geld ein spezielles Projekt, beispielsweise ein Buch entstehen?
Ich denke, dass ein Teil des Preisgeldes in weitere Projekte fliessen wird. Wie ich den anderen Teil der Summe verwende, weiss ich im Moment noch nicht. Es gibt härtere Knacknüsse.

Sie haben schon vieles erreicht. Was planen Sie noch für die Zukunft?
Ich plane ein zweites handge-fertigtes Poesie-Büchlein. Das heisst, dass alles in Handarbeit gemacht wird, sowohl das Umschlagpapier (für jedes Bändchen ein anderes Design) als auch die Buchbindung. Dabei werde ich von einer begabten Kollegin bestens unterstützt. Jedes einzelne Gedicht werde ich eigenhändig aufs Papier bringen. Das Büttenpapier, also die Buchseiten, bestelle ich bei einer Druckwerkstatt. Es sollen wiederum kleine Bijoux entstehen. Eine kleine bibliophile Auflage im Selbstverlag, die noch in diesem Jahr erscheinen wird. Weiter plane ich im Moment nicht.

26. Mai 2018 / 07:00
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