• Will nun auch den Medien alle Fragen beantworten.

«Wir sind 300!»

Kulturministerin Aurelia Frick blickt positiv auf das schon fast vergangene Jahr zurück und freut sich gleichzeitig auf das neue. Besonders freut sie sich auf die kulturellen Höhepunkte des 300-Jahr-Jubiläums.

Nathalie Bagnoud

Frau Regierungsrätin, das Jahr 2018 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. War es für Sie persönlich aus kultureller Sicht ein aufregendes und erfolgreiches Jahr?
Aurelia Frick: Ja, das war es. Allein das Kulturerbejahr, das wir im zu Ende gehenden Jahr begingen, brachte sehr viel Spannendes mit sich. Es zeigte, wie wertvoll und schützenswert unser kulturelles Erbe mit all seinen Facetten ist. Die Bevölkerung konnte sich auf der Plattform www.denkx18.li einbringen und das Jahr mitgestalten. Sehr viele Vereine, Institutionen und auch Einzelpersonen haben dies getan, was mich sehr freut. Wir konnten ausserdem das Abkommen mit der Schweiz zum Programm Jugend und Musik unterzeichnen. Anfang November wurde dieses auch vom Landtag gelobt. Das Programm ist eine Ergänzung zur bereits bestehenden Musikförderung für Kinder und Jugendliche. Und ich möchte noch das Historische Lexikon erwähnen, das kürzlich online ging. Auf www.historisches-lexikon.li ist unsere Geschichte abrufbar – jederzeit. Die Online-Seite ist sehr gut gemacht, es lohnt sich, dort abzutauchen und zu stöbern, auch wenn man nicht gerade eine historische Abhandlung schreibt.

Welche kulturellen Höhepunkte erwartet die Liechtensteiner Bevölkerung kommendes Jahr?
Sie machen es mir nicht leicht, wenn Sie mir solch umfassende Fragen stellen (lacht). Ich möchte mich auf das 300-Jahr-Jubiläum konzentrieren. In kultureller Hinsicht stehen vor allem drei Höhepunkte auf dem Programm. Ende Februar eröffnet im Landesmuseum eine grosse Ausstellung, die das Leben und die Zeit um 1719 beleuchtet. Im September bringt das TAK die Eigenproduktion «Identität Europa» auf die Bühne und kurz darauf eröffnet im Kunstmuseum eine grosse Ausstellung, in der Werke der Fürstlichen Sammlungen, der Sammlung der Hilti Art Foundation und der Sammlung Batliner in den Dialog mit der Staatlichen Kunstsammlung gestellt werden. Das gab es noch nie.

Mit Hinblick auf das 300-Jahr-Jubiläum – worauf freuen Sie sich persönlich besonders?
Ich freue mich auf ein Jahr miteinander, das uns lange in Erinnerung bleiben wird.

Als Kulturministerin, wie viel Zeit nehmen Sie sich oder bleibt Ihnen, privat Kulturanlässe zu besuchen? 
Ich versuche, mir Zeit zu nehmen. Es gelingt mir mal besser, mal weniger gut. Ich bin in der glücklichen Lage, dass die Grenzen von beruflich und privat fliessend sind. Ich versuche vor allem, auch mit meinen Kindern Kultur zu geniessen. Wir gehen oft in die Landesbibliothek oder in Museen. Oder wir besuchen ein Konzert.

Gibt es Ihrer Meinung nach in Liechtenstein eine kulturelle Vielfalt, oder doch einen kulturellen Überschuss?
Es gibt ganz klar eine Vielfalt. Es kann gar keinen kulturellen Überschuss geben! Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Am ersten Oktoberwochenende ist jeweils sehr viel los – auch in kultureller Hinsicht. Jetzt könnte man meinen, dass bei so vielen Kulturanlässen einer mit weniger Besuchern auskommen muss. Aber das Gegenteil ist der Fall. Lange Nacht der Museen, Wiesngaudi, Jahrmarkt – alles Veranstaltungen, die total verschieden, aber sehr gut besucht sind! Dass wir an einem Wochenende fast die ganze Kulturpalette in unserem Land besuchen können, das macht unsere kulturelle Vielfalt aus.

Wie steht Liechtenstein in finanzieller Hinsicht bei den Kulturanlässen da?
Das Schöne ist ja, dass es fast nichts kostet, wenn man Kulturanlässe besucht. Für ganz wenig Geld – viel Kultur ist sogar kostenlos – bekommt man als Besucherin so viel mehr zurück, als dass man investiert hat.

Was könnte in Zukunft für Liechtenstein, in kultureller Hinsicht, ein Leuchtturm sein, der bis ins Ausland leuchtet?
Wir haben bereits solche Kulturplattformen und Kulturinstitutionen mit Strahlkraft. Sie sind wie Blumen auf einer grossen Wiese. Ich denke, wir bräuchten eine Art Band, um all diese Blumen in einem Blumenstrauss bündeln zu können. Der Strauss wirkt dann viel stärker als die einzelnen Blumen für sich. Im vergangenen Jahr haben wir uns dies näher angeschaut und wollen dies noch weiter vertiefen. Burg Gutenberg könnte in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen, um Ihnen ein bisschen etwas von der Arbeit, die noch nicht abgeschlossen ist, zu verraten.

Was ist Ihr persönlicher Wunsch für das Jahr 2019?
Es ist Jubiläumsjahr. Wir feiern unsere Geschichte. Es geht vor allem um uns – um die Bewohner des Landes. Ich wünsche mir, dass eine Art Jubiläumsspirit entsteht. Ganz nach dem Motto «Wir sind 300!».
 

01. Dez 2018 / 07:00
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