• Casting Schaubühne für das Projekt Art à la carte, Balzers
    An zwei Sonntagen im September hat der Verein Castings für das neue Stück durchgeführt.

Art à la carte wieder zurück

Um den Verein Schaubühne ist es in den vergangenen Jahren still geworden. Grund dafür war eine Reorganisation. Nun ist er mit einem neuen Vorstand zurück und hat bereits das nächste Projekt in Angriff genommen: Kommendes Jahr kehrt er mit «Art à la carte» ins Rampenlicht zurück. Die Vereinspräsidentin Tanja Plüss verrät erste Details und berichtet, wie die Castings verlaufen sind.

Von Julia Kaufmann

Nach mehrjähriger Pause kehrt der Verein Schaubühne im kommenden Jahr mit einem neuen Projekt auf die Bildfläche zurück. Weshalb hat das so lange gedauert?
Tanja Plüss: Es gab einen Umbruch innerhalb des Vereins, der für die Pause verantwortlich ist. Nach der letzten Aufführung eines musikalischen Theaterschmauses unter der Leitung von Doris Gstöhl-Brunhart 2017  in ihrem «Stobacafé» in Balzers wurde ein komplett neuer Vereinsvorstand gewählt. Deshalb beginnt die Schaubühne nun mit einer neuen Besetzung. Die Reorganisation hat eben ein wenig gedauert. 

Können Sie diesen Umbruch kurz näher beschreiben?
Nachdem viele vom alten Vorstand über zehn Jahre hinweg aktiv waren und sehr viele erfolgreiche Produktionen in dieser Zeit auf die Beine gestellt haben, hatten sie damals Mühe, genügend Darsteller für die Bühne zu finden. Sie wollten deshalb den Verein in neue Hände übergeben, um ihm neuen Schwung zu verleihen. Daraus hat sich schliesslich ein neuer Vorstand gefunden, der mit neuer Kraft die Schaubühne am Leben erhalten möchte. Der alte Vorstand steht uns jedoch weiterhin zur Seite und unterstützt uns, damit der Übergang möglichst reibungslos verläuft.  

Können Sie schon etwas über die geplante Neuauflage von «Art à la carte» verraten?
Wie schon vor ein paar Jahren werden wir drei Showblöcke mit unterschiedlichen Themen gestalten und vor jedem Block ein Gang servieren.

Hierfür haben Sie an zwei Sonntagen im September Castings durchgeführt. Sind Sie fündig geworden?
Wir hatten das Glück, über 40 Bewerber in Balzers begrüssen zu dürfen und waren erstaunt, wie viele Talente in unserem kleinen Land und der näheren Umgebung beheimatet sind. Das Casting war sehr erfolgreich. Uns war vor allem wichtig, dass sich die Bewerber auf der Bühne wohlfühlen und auswendig vorsprechen. Zudem haben wir die Bewerber danach ausgewählt, ob sie die Töne treffen und die vorgefertigte Choreografie von Tamara Kaufmann mitmachen können. Bei uns geht es ja darum, mit Laien zu arbeiten und ihnen eine Plattform zu bieten. Deshalb hatten wir vorab keine Voraussetzungen vorgegeben. 

Wie viele Sänger, Tänzer und Schauspieler braucht es schliesslich für die Aufführungen von «Art à la carte»?
Von allen kann man nie genug haben. Aber Spass beiseite. Wir werden mit denen arbeiten, die wir haben. Bei so einer Show ist es so: Wenn man weniger Leute hat, muss man mehr auf den Einzelnen verteilen. 15 Teilnehmer sind das Minimum. Bei vielen Darstellern kann man hingegen mit grösseren Gruppen arbeiten, was zudem auch immer sehr schön aussieht. 

Und gibt es unter den Auserwählten welche, die schon einmal für die Schaubühne aufgetreten sind?
Wir hatten unter den Casting-Teilnehmenden einige, die bereits für die Schaubühne oder für andere Produktionen auf der Bühne gestanden sind. Das freut uns selbstverständlich.
Zurück zum Stück: Weshalb ist Ihre Wahl wieder auf «Art à la carte» gefallen?
Wir hatten uns bei den Mitgliedern des Vereins und unseren Fans umgehört und nach einer favorisierten Produktion erkundigt. Der Wunsch nach einem «Art à la carte» war gross. Wir haben in unseren Anfängen mit diesen Showdinnern gestartet und erst später einige Musicals aufgeführt.

Wie geht es nun weiter, nachdem Sie die Darsteller gefunden haben?
Wir erarbeiten aktuell das Konzept und schreiben Dialoge. In einem weiteren Schritt wird die Musik ausgesucht und die Choreografie ausgearbeitet. Ebenfalls müssen wir die Sponsorenmappe fertigstellen und Gelder generieren, damit wir die Vorstellung überhaupt realisieren können. Die Proben werden vorwiegend an den Wochenenden durchgeführt und werden etwa im März 2020 starten.

Viele Vereine haben mit der Finanzierung zu kämpfen. Sind Sie zuversichtlich, dass es Ihnen gelingen wird?
Das bin ich. Es wird zwar schwierig werden und ich weiss, dass es für Vereine allgemein immer schwieriger wird, die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Aber gleichzeitig glaube ich auch, dass wir uns der Situation anpassen können. Zum Beispiel, indem wir die Produktionskosten möglichst gering halten. 

Wer ist für die Organisation des Ganzen zuständig und welche Rolle wird Ihnen dabei zugeschrieben?
Derzeit sind wir noch ein relativ kleines Organisationsteam von sieben Personen. Dieser Kreis wird sich jedoch, spätestens wenn es um die Veranstaltung geht, stark vergrössern. Ich habe die Funktion der Präsidentin und der Produzentin und bin dafür verantwortlich, dass am Schluss alles steht. Ebenfalls bin ich im kreativen Team mit dabei, das für die Gestaltung des Showdinners verantwortlich ist. In dieser Gruppe sind mit mir Tamara Kaufmann, Ria Lampert, Heike Montiperle und Hansjörg Gstöhl. 

Das klingt nach einem sehr grossen Zeitaufwand. Wie schaffen Sie das alles?
Wir sind ein gut aufgestelltes Team und ich erhalte von allen Seiten grosse Unterstützung. Ich habe zwar die Fäden in der Hand, aber der gesamte Vorstand arbeitet fleissig mit. Wir teilen die Arbeiten auch auf, damit es für den Einzelnen nicht zu viel wird.

Der Verein Schaubühne wurde bereits 2008 ins Leben gerufen. Welches Ziel verfolgen Sie mit ihm und worin liegt Ihrer Meinung nach der Erfolg, dass es ihn auch über zehn Jahre später noch gibt?
Unser Ziel ist es, Laien eine Plattform zu bieten, die von Profis geleitet wird. Wir bieten diesbezüglich einen langen und intensiven Workshop in den Bereichen Gesang, Tanz und Schauspiel an, um die Teilnehmer zu fördern. Unsere Darsteller kommen aus Liechtenstein und der Umgebung, wobei der Vorteil darin besteht, dass man sich untereinander oftmals schon kennt. Manche Teilnehmer sind sogar froh, dass es Bühnen gibt, bei denen sich die Akteure kennen, da dies ein breiteres Publikum anlockt. Wenn viele Zuschauer den Anlass besuchen, ist das wiederum nicht nur für die Show und den Verein ein grosser Erfolg, sondern auch für die Darsteller, die monatelang dafür proben.

Zum Schluss ein kurzer Ausblick: Wie geht es für den Verein weiter und gibt es bereits nächste Projektideen?
Der Verein wurde damals von Doris Gstöhl-Brunhart aufgebaut und zum Erfolg geführt. Deshalb wollen wir ihn, auch trotz des neuen Vorstands, grösstenteils so weiterführen wie bisher. Wir möchten das Rad nicht neu erfinden und die Philosophie der Schaubühne aufrechterhalten. Grundsätzlich wurde bisher alle zwei Jahre eine Veranstaltung produziert. Dem wollen wir treu bleiben. 
 

27. Sep 2019 / 07:00
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