• Manuela Hofer-Aggeler, Vaduz
    Ich bin nie richtig erwachsen geworden Ich freue mich auf mein erstes Buch wie ein kleines Kind.  (Tatjana Schnalzger)

«Ohne Kitsch geht nix»

Manuela Hofer-Aggeler heisst die junge Frau, die das Windkind zum Leben erweckt hat. Einst schrieb sie das Märchen für ein Kinderballett - nun kommt es in wenigen Wochen als Buch heraus: Das Märchen vom Windkind. Damit geht für sie ein grosser Traum in Erfüllung. Märchen nehmen in ihrem Leben einen besonderen Stellenwert ein - täglich lässt sie abends mit ihrem zweijährigen Sohn den Tag mit dem fliegenden blauen Sternenfuchs Revue passieren.

Es war einmal eine junge Frau, sie nannte sich Rosa Flieder. Schön wie Schneewittchen, bescheiden wie Aschenputtel, mutig wie das tapfere Schneiderlein und verträumt wie Dornröschen. Eines Tages kreierte sie das Windkind. Von Gemeinde zu Gemeinde liess sie es durch Liechtenstein ziehen und wunderbare Erfahrungen sammeln. Rosa Flieder liess das Windkind die Schönheit der Natur entdecken und gab ihm eine wichtige Regel mit auf seinen Weg: Nur zusammen sind Menschen stark.

S tark ist auch die junge Frau, die Rosa Flieder, die dem Windkind und vielen anderen Märchenfiguren Leben eingehaucht hat: Manuela Hofer-Aggeler. Rosa Flieder heisst sie als Autorin, wenn sie in die Märchenwelt eintaucht. Manu nennt sie sich als Ehefrau, als Mama, als Freundin und als ein Mensch, der die Natur über alles liebt. Auch liebt sie die Reisen, die sie jeden Abend mit ihrem zweijährigen Sohn Maris auf dem fliegenden blauen Sternenfuchs macht. Gemeinsam lassen sie dann den Tag Revue passieren und entspannen sich in einer Welt, in der Tiere sprechen, Kinder auf Wolken schlafen und der Mond ein Schlaflied singt. Was für Maris der blaue Sternenfuchs ist, ist für Manuela Hofer-Aggeler das Windkind. Zum Leben erweckt hat sie das Windkind im vergangenen Jahr für das Kinderballett «Tanz des Windes», welches die Ballettschule Silke Kaya im Vaduzer Saal aufgeführt hatte. «Ich kannte Silke und sie kam mit der Bitte auf mich zu, ein Märchen für ihre Ballettschüler zu schreiben», erzählt Manuela Hofer-Aggeler. Für sie als grosser Märchenfan war dies der Jackpot, mit dem ein grosser Traum von ihr in Erfüllung ging.

Eines Morgens, als sie ihren Hund spazieren führte, war ihre Idee vom Windkind geboren. «Die Sonne liess die Landschaft in kitschig gelbem und orangem Licht erstrahlen und ein lauer Wind liess die Blätter auf den Bäumen hin- und hertanzen», erinnert sie sich. «Mir war klar: Das Märchen für das Kinderballett muss vom Windkind handeln.» Zu Hause setzte sie sich an den Tisch und haute in die Tasten. Schliesslich entstand eine Figur nach der anderen, die das Märchen ausfüllte und lebendig machte. Noch vor der Geburt ihres Sohnes wollte sie ihre Geschichte fertig geschrieben haben, wasManuela Hofer-Aggeler auch gelang. «Allerdings schrieb ich das Märchen kurz nach der Geburt von Maris nochmals um», sagt sie. «Und zwar genau die Textstellen, bei denen ich Angst hatte, dass dort mein Sohnemann einmal sein süsses Näschen rümpfen könnte, wenn ich ihm die Geschichte vorlese.» Diese neue Version gefiel auch

Silke Kaya und das Windkind fand so seinen Weg auf die Bühne. Und nicht nur auf die Bühne ? Ende Oktober erscheint Manuela Hofer-Aggelers erstes Buch: Das Märchen vom Windkind. Die Autorin erzählt ihr Märchen nicht nur mit Worten, sondern auch mit Illustrationen. So dürfen sich Gross und Klein auf die Reise mit dem Windkind und seinen Gefährten wie die Rehfrau oder die Rebenmarie freuen. «Ich finde es neben den Zeichnungen sehr wichtig, wenn Kinder ihren Wortschatz schon mit poetischen Worten bereichern können», sagt Manuela Hofer-Aggeler.

E s war ihr lang ersehnter Wunsch, ein Buch zu schreiben, das schliesslich auch ein Verlag aufnimmt. Mit dem Seelenatelier von Andreas Lenherr ist dieser Wunsch nun in Erfüllung gegangen. «Der Verleger war sofort begeistert von meiner Geschichte», freut sich die Autorin. Noch grösser wird ihre Freude sein, wenn sie Ende Oktober ihr erstes eigenes Buch auch in den Händen hält.

«Ich bin nie richtig erwachsen geworden», sagt Manuela Hofer-Aggeler und lacht. Dank ihrem Sohn dürfe sie wieder «offiziell» Märchen lesen. Aber wer auch immer es zugeben mag oder nicht ? Manuela Hofer-Aggeler ist bestimmt nicht der einzige erwachsene Mensch, der sich an Märchen erfreut. Zu ihren Favoriten gehört der Sterntaler, ein Märchen der Brüder Grimm, das von einem Waisenkind erzählt, das Brot, seine Mütze, sein Leibchen und sein Röckchen verschenkt - und dafür mit Silbertalern vom Nachthimmel belohnt wird. Ebenso gehört Aschenputtel zu einem ihrer Lieblingsmärchen, in dem es um ein Mädchen geht, dem die Stiefmutter und die beiden Stiefschwestern das Leben so richtig schwer machen - solange, bis ein schöner und hübscher Prinz in ihr Leben tritt ...

M ärchen nehmen in Manuela Hofer-Aggelers Leben einen hohen Stellenwert ein. Sie sind eine Leidenschaft, die sie mit ihrem Mann teilen kann. «Sonst würde die Beziehung gar nicht funktionieren», sagt sie. Zusammen haben sie einst das Schloss Moritzburg in Dresden besucht. «Auf genau derselben Treppenstufe, wo Aschenbrödel ihren Schuh verloren hatte, kniete sich mein Mann vor mir hin und machte mir einen Heiratsantrag.» Gänsehaut pur. Und ganz nach Manuela Hofer-Aggelers Motto: Ohne Kitsch geht nix!

Schon als Jugendliche wählte Manuela Hofer-Aggeler ihren Beruf ganz genau: Polygrafin. «Ich hatte schon damals die Idee, einst mein eigenes Buch zu schreiben, es selbst zu gestalten und zu setzen. Später bildete sie sich als Mentaltrainerin und Kinder- und Jugendcoach weiter und studierte Kommunikationsdesign. Ihre Kunden empfängt sie im «Freigeist», ihrem Werbeatelier. Neben Aufträgen für grafisches Design bekommt Manuela Hofer-Aggeler auch Anfragen für Coaching, vor allem für personalisierte Mentalmärchen.

Manuela Hofer-Aggeler kreiert nicht nur Werbeauftritte für Kunden, sie hilft auch bei verschiedenen Ängsten und Blockaden. Wie beispielsweise einem 16-jährigen Jungen, der in der Schule aus Angst jede Prüfung verhaute. «Ich schrieb für ihn ein Science-Fiction-Märchen, in dem es sich um ein intergalaktisches Game dreht, in welchem sich der Spieler in ein gutes Level zocken konnte», erzählt die Mentaltrainerin. Mit Erfolg: «Mit den Noten ging es aufwärts, während seine Prüfungsangst schwand.» Auch für Manuela Hofer-Aggeler selbst gibt es Situationen im Leben, in denen sie sich an Märchenfiguren festhält, mit ihnen Kraft tankt und sich neue Energie holt. Wie eben mit dem Windkind. Denn es ist engagiert, extrovertiert, mutig und gibt nicht auf. Es ist sozusagen das Spiegelbild der Autorin, denn auch Manuela Hofer-Aggeler hat nicht aufgegeben, als vor einem halben Jahr der Tod ihrer Mutter eine grosse und schmerzhafte Lücke in ihrem Leben hinterlassen hat. Eine Widmung in ihrem Buch soll jedoch daran erinnern, dass sie noch immer einen bedeutenden Platz in Manuela Hofer-Aggelers Leben einnimmt. Und auch immer einnehmen wird.

In wenigen Wochen erscheint das Buch. Manuela Hofer-Aggeler freut sich auf diesen Moment «wie ein kleines Kind». Ein kleines Kind, das seinen Weg gegangen und heute eine junge Frau ist. Die aber nie verlernt hat, die Welt auch ab und an mit dem Strahlen der Kinderaugen zu sehen. Die sich nicht davor scheut, sich Momente herauszunehmen, um in die bunte Märchenwelt abzutauchen. Dann ist sie Rosa Flieder, die es liebt, Kindern und Erwachsenen mit «Es-war-einmal-Geschichten» Glücksmomente zu schenken. (bfs)

Weitere Infos unter www.seelenatelier.net; Bestellungen unter windkind@freigeist-agentur.ch

 

28. Sep 2018 / 11:37
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