• Übergabe Prix Kujulie
    Die verdienten Gewinner: «Ospelt, Ospelt, Schädler» mit Marco Schädler, Ingo Ospelt und Mathias Ospelt – herzliche Gratulation!

Ospelt, Ospelt, Schädler gewinnen den Prix Kujulie 2019

«Her mit dem Preis, wir haben ihn verdient», sagt das Kabarett-Trio «Ospelt, Ospelt, Schädler», selbstverständlich mit einem Augenzwinkern. Zweifelsohne: Sie haben sich den Prix Kujulie verdient. Das Preisgeld in der Höhe von 1000 Franken möchten die Gewinner der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen spenden – «weil sie zurzeit auf Lesbos Übermenschliches leisten», wie die Gewinner begründen.

Eine Verleihung ist feierlich. Die Gratulation, untermalt mit einem Händeschütteln, herzlich. Der Applaus der Gäste erfüllend. Auch wenn das Kabarett «Ospelt, Ospelt, Schädler» eine solche gebührende Preisübergabe noch so verdient hätte, fand sie in einem Rahmen statt, der schlichter nicht hätte sein können. An einem Sonntagnachmittag haben sich das KuL-Team mit den drei Kabarettisten Mathias Ospelt, Ingo Ospelt und Marco Schädler im Medienhaus getroffen. Gar nicht so einfach, einem verdienten Sieger den Preis überreichen zu wollen – ohne Händeschütteln und mit einem Sicherheitsabstand von zwei Metern. Die Coronavirus-Regeln machen aber eben auch vor Siegern nicht halt ... Eine kleine Laudatio gab’s dann aber trotzdem und keiner der Umstände sollte den Verdienst des Prix Kujulie anzweifeln. 

Das Kabarett-Trio aber selbst stellte den Preis bei seiner Nomination in Frage. «Wir möchten nicht verhehlen, dass wir zu Beginn etwas irritiert waren, als wir erfuhren, dass wir zu den Nominierten gehören», sagt Mathias Ospelt im Namen des Trios. «Einerseits waren wir der Meinung, dass der Preis für den Nachwuchs reserviert sein sollte, andererseits wussten wir zuerst nicht, wie wir damit umgehen sollen, dass wir am Ende unserer gemeinsamen 25-jährigen Bühnentätigkeit doch noch mit dem Prix Kujulie ausgezeichnet werden sollten», so Mathias Ospelt weiter. Im Austausch mit der KuL-Redaktion habe sich dann aber schnell die Sinnhaftigkeit der Nomination eingestellt: «25 Jahre Kulturschaffen ist in Menschenjahren gerechnet nach wie vor sehr jung und bezüglich Nachwuchsförderung haben wir ja immer wieder unseren Beitrag geleistet. Also: Her mit dem Preis! Wir haben ihn verdient!» Zweifelsohne freue sich «Ospelt, Ospelt, Schädler» vor allem für all jene, die für sie gestimmt hätten. «Und wir möchten diesen Fans und Freunden auf diesem Wege ganz herzlich für die Unterstützung danken. In den meisten Fällen reicht diese Unterstützung viele Jahre zurück!»

Bissig, frech, gescheit 
25 Jahre erfolgreiche Bühnentätigkeit – diese dürfen sich Mathias Ospelt, Ingo Ospelt und Marco Schädler auf die Fahne schreiben. «Es gab und gibt ausreichend Leute im Land, die unsere spezielle Art des Kabaretts mochten: Literarisch, theatralisch, musikalisch, gesellschaftspolitisch, tagespolitisch», erklärt Mathias Ospelt den langjährigen Erfolg. Ihre Art zu spielen kann mit folgenden Adjektiven ergänzt werden: bissig, frech, gescheit, aber auch albern, verspielt, gnadenlos unausgewogen. «Dabei kam uns zugute, dass jeder der drei Mitwirkenden eine ausgewiesene Kapazität auf seinem Spezialgebiet ist, also in Wort, Spiel und Musik.» Positiv gewertet habe das Publikum ausserdem, dass sich das Kabarett über die Jahre auch in denjenigen Gebieten weiterentwickelte, die ihm ursprünglich nicht so vertraut war. Für das Publikum war es offensichtlich interessant, auch diese Entwicklung mitzuverfolgen. «Auch kam uns zugute, dass wir drei Männer aus Liechtenstein sind. Leider, ist man versucht zu sagen, drei Damen mit Migrationshintergrund hätten es in diesem Land bedeutend schwerer gehabt», so Ospelt. 

Wesentlichen Beitrag geleistet
Das Kabarett-Trio ist sich einig: «Wir sind ganz grundsätzlich stolz auf das, was wir geschaffen haben.» Unter anderem würde es ja ohne die drei keinen Schlösslekeller geben. «Auch bilden wir uns ein, einen wesentlichen Beitrag an das Kleinkunstschaffen im Land geleistet zu haben.» Die 17 Produktionen seien sicherlich nicht spurlos am Land vorbeigegangen. «Extrem gefreut haben wir uns natürlich auch über den IBK-Preis und den Rheinberger-Preis, den wir erstaunlich früh erhielten (1999). Und jetzt freuen wir uns auch über den Prix Kujulie.» 

Nach 25 Jahren ist für «Ospelt, Ospelt, Schädler» nun die Zeit gekommen, als Kabarett-Trio Adieu zu sagen. Wobei Mathias Ospelt relativiert: «Naja, wir hören ja nicht komplett auf! Die Könige sind tot! Es leben die Könige.» Was sie aber mit 99,9 prozentiger Sicherheit nicht mehr tun würden, ist zu dritt Kabarett in der von ihnen gefundenen Darstellungsform zu präsentieren. «Das heisst aber nicht, dass sich beispielsweise Marco und ich nicht nochmals in irgendeiner Form ins politische Tagesgeschehen einmischen oder dass wir zu dritt eine andere Form des gemeinsamen Auftretens suchen.» Im Moment möchten sie aber einfach mal Pause machen. «Nicht nur wegen des Virus.»

Drei Künstler und ihre Wege
Ingo Ospelt ist nach wie vor sehr erfolgreich in Sachen Film unterwegs. Es gab kaum eine grosse Deutschschweizer Filmproduktion in den vergangenen Jahren, bei der er nicht mitgespielt hatte. «Da wird es sicherlich noch die eine oder andere grössere Überraschung geben», verrät Mathias Ospelt. Marco Schädler ist inzwischen zu einem gesuchten Musiker-Schauspieler geworden, der in tollen Theaterproduktionen nicht nur in der Region, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum – zum grössten Teil unbekannt für das hiesige Publikum – Erfolge feiert. «Auch hier wird der Weg weiter steil nach oben führen», so Ospelt. Und er selbst habe den Wunsch, sich etwas zurückzuziehen, um sich wieder vermehrt um sein literarisches Schaffen zu kümmern. Im Moment entsteht beispielsweise ein weiterer seiner beliebten Kurzkrimis. «Und wer weiss: Sollte sich ein Sponsor finden, wird es auch einen Tim-und-Struppi-Fortsetzungsband geben.» (bfs)

Publikumspreis geht an Tamara Kaufmann
Zum zweiten Mal hat das KuL bei der Suche nach dem Prix-Kujulie-Gewinner die Vorjahressieger wie auch die Leserschaft miteinbezogen. So gehört eine Stimme dem KuL-Team, eine der Vorjahressiegerin Christiani Wetter und eine den Leserinnen und Lesern. Diese durften im Rahmen eines Online-Votings abstimmen. Mit Eifer waren die Leser dabei: 1506 Mal wurde für die Favoritin oder den Favoriten abgestimmt. Das Resultat: Mit 66 Prozent (993 Stimmen) ging Tamara Kaufmann klar als Publikumssiegerin hervor. Rahel Oehri-Malin sicherte sich mit 18 Prozent (276 Stimmen) den zweiten und Ospelt, Ospelt, Schädler mit 16 Prozent (237 Stimmen) den dritten Rang. Zwei der drei Stimmen sind schliesslich an Ospelt, Ospelt, Schädler gegangen, die Publikumsstimme ganz klar an Tänzerin und Choreografin Tamara Kaufmann. Sie bekommt somit vom KuL den Publikumspreis von 200 Franken überreicht. 

26. Mär 2020 / 15:20
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
puzzle ravensburger
Zu gewinnen 1 Ravensburger Puzzle Schloss Vaduz
23.04.2020
Facebook
Top